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		<title>Umweltschutz in Bulgarien &#8211; Zeitenwende?</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Aug 2009 10:14:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jmseuss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Geschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Bulgarien ist neben Spanien das Land mit der größten Artenvielfalt in Europa. Schon gewusst? Mir selber war es bis vor kurzer Zeit neu und umso mehr staunte ich. Woran das liegt? Vor allem wohl an der kleinräumigen Landwirtschaft und an den vielen brach liegenden Nutzflächen. Die Menschen auf dem Land und in kleineren Städten leben [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=227&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Bulgarien ist neben Spanien das Land mit der größten Artenvielfalt in Europa. Schon gewusst? Mir selber war es bis vor kurzer Zeit neu und umso mehr staunte ich. Woran das liegt? Vor allem wohl an der kleinräumigen Landwirtschaft und an den vielen brach liegenden Nutzflächen. Die Menschen auf dem Land und in kleineren Städten leben in gewisser Weise, teilweise natürlich auch gezwungenermaßen, noch in &#8222;Einklang mit der Natur&#8220;, was, so abgedroschen es sich auch anhören mag, ein Segen für die Tier- und Pflanzenwelt des Landes ist. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Andererseits ist seit der Wende in Bulgarien 1989 schlimmes mit der Natur des Landes geschehen und geschieht weiter. Nach der Wende nämlich waren die &#8222;bad guys&#8220; schneller als die &#8222;Guten&#8220;, die sich, auch auf Grund ihres Alters erst etablieren mussten. Das heißt: während findige Geschäftsleute sofort erkannten, dass Immobilien Kapital und schnelles Geld bedeuten und begannen, die mannigfaltigen Gesetzeslücken für sich zu nutzen, gab es keine entwickelte Zivilgesellschaft. Man muss sich nur vorzustellen versuchen, dass plötzlich hunderte und tausende Bulgaren der intellektuellen Elite nur zwei Möglichkeiten hatten sich zu entscheiden: entweder ein Business zu starten, oder vor dem Nichts zu stehen. Viele standen vor dem Nichts und bis heute hat sich das Land von diesem Wegbrechen nicht erholen können. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Ein zweiter Faktor ist natürlich, dass während dem Kommunismus an vieles gedacht wurde aber nicht an Naturschutz und wenn, dann wäre der Staat verantwortlich gewesen, nicht die zur Unmündigkeit erzogenen Bürger (darüber ließe sich gewiss streiten!).</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Erst seit wenigen Jahren wächst eine neue Generation in Bulgarien heran, ich behaupte es sind die Nachkommen der ehemaligen intellektuellen Elite, die sich zutraut etwas für ihr Land zu tun, die sich angewidert abwendet von den Dingen, die politisch und gesellschaftlich in den letzten 20 Jahren ihren Lauf genommen haben. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-DE">Die Umweltbewegung, die wir also heute in Bulgarien in ihren Ansätzen erkennen können, ist gleichzeitig eine Jugend- und Protestbewegung. Protest hier gemeint als eine Abwendung vom herrschenden Establishment. Es hat den Umständen entsprechend kurz gedauert und das ist eine freudige Botschaft, andererseits sind 20 Jahre eine lange Zeit Sünden an der Natur eines kleines Landes zu begehen und sie wurden auch begangen. Gesetze wurden offensichtlichst missachtet, riesige Spa Komplexe und Skilifte mitsamt Hotels in geschütztes Naturschutzgebiet gepflanzt ohne Rücksicht auf Verluste und immer die fetten Gewinne im Auge. Und die schienen auch garantiert, bis&#8230;.ja bis diese sogenannte &#8222;Immobilienblase&#8220; auch in Bulgarien ihre Auswirkungen zeigte. In diesem Zusammenhang verweise ich auf meinen Artikel: <a href="../2009/01/16/bansko/">http://bulgarianders.wordpress.com/2009/01/16/bansko/ </a></span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Leider muss ich an dieser Stelle einräumen, dass ich diesen Artikel heute nicht mehr so schreiben könnte. Der präzedenzlose Bauboom der letzten fünf Jahre hat aus der beschaulichen Stadt im Rilagebirge eine touristische Katastrophenzone gemacht. Die Entwicklungen in Bansko stellen beinahe alle in den Alpen begangenen Bausünden in den Schatten und die Eingriffe in das Bansko umgebende Biosphärenreservat, lassen sich wohl schwerlich rückgängig machen. Vor allem Russen und Briten dürften sich aber gewaltig über ihre Anlagen in Bansko ärgern, die Preise sind im Fall begriffen und niemand wagt mit Sicherheit zu sagen, wie es weitergehen wird. Es geht um Geld, um viel Geld und deswegen war Bansko auch nicht der Höhepunkt einer kopflosen Ära. In weiten Teilen des Landes wird versucht das Projekt Bansko weiterzutreiben. Wie man so schön sagt, die Kuh melken solange sie noch Milch gibt. Aber etwas hat sich doch geändert&#8230;.heute gibt es Menschen, die dagegen kämpfen und es werden immer mehr. Sogar traut man sich schon nicht mehr, sie &#8222;Spinner&#8220; zu nennen, ihr Einfluss steigt und verdient jede nur Mögliche Unterstützung! </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-DE">Zum einen sind da die jungen Menschen zu nennen, die, die aus gebildeten Häusern stammen, gleichzeitig aber nicht abgestumpft sind durch die &#8222;alles ist doch egal, Bulgarien ist einfach Scheiße&#8220;- Philosophie des heutigen Geldbürgertums. Um eine Organisation beim Namen zu nennen: </span></span></span><a href="http://forthenature.org/"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">http://forthenature.org/</span></span></a></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-DE">Zum anderen aber auch alteingesessene Bewohner Bulgariens, die sich gegen einzelne Projekte stemmen, weil diese einen radikalen und dummen Einschnitt in das Leben der lokalen Bevölkerung bedeuten, wie zum Beispiel der geplante Bau (Neubau, was auch immer) des Atomkraftwerkes Belene. Eine Frau, die sich hier mit enormer Kraft und unter Aufwendung von Gefahren für Leib und Seele einsetzt, ist Albena Simeonova, die international bereits mir mehreren Umweltpreisen ausgezeichnet wurde. (laut neuesten Meldungen wird der Bau von Belene gestoppt. Siehe hierzu: <a href="http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:Energie-RWE-scheitert-mit-Atompl%E4nen/550452.html">http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:Energie-RWE-scheitert-mit-Atompl%E4nen/550452.html</a>)</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-DE">Parteipolitisch ist es schwer in Bulgarien eine Gruppierung mit klar ökologischer Ausrichtung zu finden. Momentan gibt es sogar drei &#8222;Grüne&#8220; Parteien, von denen nicht ganz klar ist wofür oder besser für wen sie stehen. Nach Information der österreichischen Grünen, ist eine Zusammenarbeit mit den Bulgarischen zumindest momentan noch zweifelhaft. Die eine wird mit einem kanadischen Konsortium zum Goldabbau, die andere mit einer gleichnamigen großen Versicherung verbunden. Erst die zuletzt gegründete Grüne Partei (vgl.: <a href="http://derstandard.at/fs/1246541358217/derStandardat-Interview-Wir-sind-die-politische-Alternative-fuer-denkende-Bulgaren">http://derstandard.at/fs/1246541358217/derStandardat-Interview-Wir-sind-die-politische-Alternative-fuer-denkende-Bulgaren</a>, <a href="http://www.zelenite.bg/deutsch">http://www.zelenite.bg/deutsch</a>) scheint in der Lage und Willens sich als ökologisches Sprachrohr in der bulgarischen Gesellschaft zu etablieren. Doch noch immer ist das ökologische Verständnis in Bulgarien vernachlässigbar, solange es um finanzielle Interessen dreht. Das ist insofern unverständlich, als es dem Land nachhaltige Ressourcen z.B. aus dem Tourismusgeschäft rauben wird. Die momentane Lage ist ganz klar auf Billigst-Tourismus ausgerichtet. Und das ist nicht das, was die Menschen in Bulgarien wollen, das ist sicher nicht das, was dem Land entspricht!</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-DE">In der Folge werden zwei Interviews nachgereicht, erstens mit der jungen Organisation &#8222;for the nature&#8220; und zweitens mit einer persönlichen Bekannten, die sich, obwohl noch sehr jung an Jahren, entschieden hat, den Job zu wechseln, die nun zwar weniger Geld verdient, sich aber dafür, für die Stadt Sofia, um die Einhaltung von Umweltstandarts in der Stadt kümmert.</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE">
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE">
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/bulgarianders.wordpress.com/227/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/bulgarianders.wordpress.com/227/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/bulgarianders.wordpress.com/227/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/bulgarianders.wordpress.com/227/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/bulgarianders.wordpress.com/227/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/bulgarianders.wordpress.com/227/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/bulgarianders.wordpress.com/227/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/bulgarianders.wordpress.com/227/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/bulgarianders.wordpress.com/227/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/bulgarianders.wordpress.com/227/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/bulgarianders.wordpress.com/227/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/bulgarianders.wordpress.com/227/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/bulgarianders.wordpress.com/227/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/bulgarianders.wordpress.com/227/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=227&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Wahl in Bulgarien &#8211; haushoher Sieg für Bojko Borissow</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jul 2009 14:27:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jmseuss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Geschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Das offizielle Endergebnis der gestrigen Parlamentswahl in Bulgarien wird erst am 09. Juli bekannt gegeben. Was allerdings heute schon bekannt ist, ist der hohe Wahlsieg der Partei GERB unter Bojko Borissow. Laut BNR (http://www.bnr.bg/RadioBulgaria/Emission_German/News/B1-0507.htm) konnte seine Partei 39,71% der Wählerstimmen auf sich vereinigen, mit Abstand folgt die “Koalition für Bulgarien” des jetztigen Primierministers Stanishew, mit [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=222&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Das offizielle Endergebnis der gestrigen Parlamentswahl in Bulgarien wird erst am 09. Juli bekannt gegeben. Was allerdings heute schon bekannt ist, ist der hohe Wahlsieg der Partei GERB unter Bojko Borissow.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Laut BNR (<a href="http://www.bnr.bg/RadioBulgaria/Emission_German/News/B1-0507.htm">http://www.bnr.bg/RadioBulgaria/Emission_German/News/B1-0507.htm</a>) konnte seine Partei 39,71% der Wählerstimmen auf sich vereinigen, mit Abstand folgt die “Koalition für Bulgarien” des jetztigen Primierministers Stanishew, mit 17,71%, der damit eine herbe Niederlage einstecken muss, gefolgt von der “Bewegung für Rechte und Freiheiten” der türkischen Minderheit unter Ahmed Dogan. Auch die äußersten Rechten </span></span><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-AT">finden ihren Platz im neuen Parlament. So kommt die Partei Ataka auf 9,36% der Stimmen und “Ordnung, Gesetz und Gerechtigkeit” auf 4,36%. Die “Blaue Koalition” unter dem ehemaligen Premier Kostov holt sich lediglich 6,67%.</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Die Wahlbeteiligung lag, bei für Bulgarien hohen, 60%. Das dürfte auch geholfen haben, den zuvor stattgefundenen Stimmenkauf zu relativieren.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Sowohl die “Blauen” als auch “Ordnung, Gesetz und Gerechtigkeit” rechnen sich nun gute Chancen aus an der neuen Regierung unter einem neuen Premier Borissow, beteiligt zu sein. Auch die ultrarechte Ataka will von der Gunst der Stunde profitieren und in die Regierungs-Koalition schlüpfen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-AT">Wahlexperten meinen vor allem junge Wählerschichten hätten sich mit der Wahl von GERB für einen Neuanfang entschieden. Mit dem Rechtsruck ist Bulgarien auch Teil eines gesamt europäischen Phänomens, so liest man in der französischen Zeitung “Liberation”: “Eine sozialistische Regierung weniger in Europa!” (<a href="http://bruxelles.blogs.liberation.fr/coulisses/2009/07/bulgarie-et-un-gouvernement-socialiste-de-moins-dans-lunion-un-.html">http://bruxelles.blogs.liberation.fr/coulisses/2009/07/bulgarie-et-un-gouvernement-socialiste-de-moins-dans-lunion-un-.html</a>)</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Borissows dringendste Aufgabe ist nun die Bildung einer tragfähigen Koalition und das Einlösen seiner Wahlversprechen, obwohl wir alle wissen, dass Wahlversprechen immer solche bleiben werden und nur selten zur Umsetzung gedacht sind. Man wird ihn also an seiner Realpolitik messen müssen. Das er sich den Kampf gegen die Korruption aufs verschwitze T-shirt gepinselt hat, ist allerdings eine Bürde, an der er sich sehr wohl wird messen lassen müssen. Um seine Arbeit beurteilen zu können, wird man wohl einige Monate verstreichen lassen müssen. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-AT">Diese Zeit haben die Sozialisten sicher nicht. Sie müssen sich nun neu erfinden, sie müssen eine Antwort darauf finden, warum sie dermaßen abgestraft werden konnten. Ivan Krastev, Politikwissenschaftler und Vorstandsvorsitzender der “Center for Liberal Stragtegies” in Sofia meint dazu in Standart News: </span></span></span><em><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">“</span></span></em><em><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-AT">It is high time for the political parties in Bulgaria to re-read the election results and grasp that these results are a mirror of the results of their own rule, not the campaigning of the last 30 days before the elections.” </span></span></span></em><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-AT"><span style="font-style:normal;">(<a href="http://paper.standartnews.com/en/article.php?d=2009-07-06&amp;article=28015">http://paper.standartnews.com/en/article.php?d=2009-07-06&amp;article=28015</a>).</span></span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-AT"><span style="font-style:normal;">Für Kommentare und weiterreichende Analysen siehe: <a href="http://www.bnr.bg/RadioBulgaria/Emission_German/Theme_Politik/Material/060709.htm">http://www.bnr.bg/RadioBulgaria/Emission_German/Theme_Politik/Material/060709.htm</a></span></span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;">
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/bulgarianders.wordpress.com/222/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/bulgarianders.wordpress.com/222/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/bulgarianders.wordpress.com/222/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/bulgarianders.wordpress.com/222/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/bulgarianders.wordpress.com/222/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/bulgarianders.wordpress.com/222/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/bulgarianders.wordpress.com/222/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/bulgarianders.wordpress.com/222/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/bulgarianders.wordpress.com/222/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/bulgarianders.wordpress.com/222/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/bulgarianders.wordpress.com/222/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/bulgarianders.wordpress.com/222/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/bulgarianders.wordpress.com/222/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/bulgarianders.wordpress.com/222/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=222&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Bojko Borissow &#8211; na servas</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 15:10:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jmseuss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Politik & Geschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 5.Juli wird in Bulgarien das Parlament gewählt. Laut neuesten Umfragen und als Erfahrung aus der vor einem Monat abgehaltenen Europawahl, wird mit einem Erfolg für den Bürgermeister von Sofia, den Vorsitzenden der Partei GERB, Bojko Borissow, gerechnet. Rund 30% der Stimmen räumen ihm Experten ein, die mit einer, für Bulgarien, hohen Wahlbeteiligung von mehr [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=211&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Am 5.Juli wird in Bulgarien das Parlament gewählt. Laut neuesten Umfragen und als Erfahrung aus der vor einem Monat abgehaltenen Europawahl, wird mit einem Erfolg für den Bürgermeister von Sofia, den Vorsitzenden der Partei GERB, Bojko Borissow, gerechnet. Rund 30% der Stimmen räumen ihm Experten ein, die mit einer, für Bulgarien, hohen Wahlbeteiligung von mehr als 50% rechnen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Der Rechtspopolist Borissow kommt nun seinem Traum Bulgariens Premier Minister zu werden sehr nahe. Um das zu erreichen, müsste GERB mindestens zwei weitere Parteien zu einer gemeinsamen Koalition überreden. Welche das sein werden ist noch unklar, ausgeschlossen hat Borissow die Zusammenarbeit mit der sozialistischen Partei BSP unter dem noch aktuellen Premier Stanischew. Der Regierung wirft Borissow vor, korrumpiert bis in die Spitze zu sein und erforderliche Reformen nicht durchgezogen zu haben. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><a href="http://bulgarianders.files.wordpress.com/2009/07/boyko_borisov.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-218" title="Boyko_Borisov" src="http://bulgarianders.files.wordpress.com/2009/07/boyko_borisov.jpg?w=143&#038;h=155" alt="Boyko_Borisov" width="143" height="155" /></a><br />
</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Obwohl Borissow selbst nicht die beste Bilanz aufzuweisen hat, traut er sich und scheinbar auch viele Bulgaren ihm, zu, dass politische System in Bulgarien zu verändern. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Borissow ist in gewisser Weise eine schillernde Persönlichkeit, auch wenn nichts an ihm glänzt. Er ist ein Kraftmeier, einer der zupacken kann und will, einer dessen Laufbahn illustrer kaum sein könnte. Für mich verkörpert er in gewisser Weise DEN bulgarischen Mann, Macho und Mainstream, von dem er sich explizit absetzen will. Glaubt man verschiedenen Berichten über ihn, dann ist Silvester Stallone ein grosses Vorbild und ein Witz, den ich neulich über ihn las geht folgendermaßen: in Bulgarien gibt es keine Lesben, es gibt nur Frauen, die Bojko Borissow noch nicht kennengelernt haben. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-DE">Der ehemalige Karatetrainer des bulgarischen Nationalteams hat sich über die Akademie des bulgarischen Innenministeriums ganz nach oben gearbeitet. Als Leibwächter war er für die Sicherheit des letzten Vorsitzenden der bulgarischen kommunistischen Partei Todor Schivkow zuständig, verdingte sich später im Innenministerium und brachte es so bis zum Bürgermeister von Sofia (seit 2005). Im Jahr 2006 gründete er seine eigene Partei GERB. Glaubt man der Eigenbeschreibung der Partei (siehe <a href="http://www.gerb.bg/bg/Political-frame">http://www.gerb.bg/bg/Political-frame</a>), dann will die Partei ein besseres europäisches Bulgarien für alle Bulgaren, egal welcher Rasse, welchen Geschlechts, welcher Religion und welchen Alters. Sie schustert sich ein christdemokratisches Wertebild zusammen, in dem alles und jeder sich wiederfinden kann und das in einem sozialliberalen System. Dass GERB entschieden gegen Homosexualität auftritt und der Umgang mit der Minderheit der Zigeuner nicht grade von alter Freundschaft geprägt ist, wirft natürlich Fragen auf. Aber gerade diese Unangenehmen Fragen sind es, mit denen Borissow wie kein zweiter in Bulgarien umgehen kann. In diesem Fall mag man nicht mehr an Stallone als alleiniges Vorbild glauben, der eher eisern schweigt oder stirbt, als zu antworten. Eher kann man sich vorstellen, dass Borissow bei Berlusconi in Lehre war. Angriff ist die beste Verteidigung. Und das scheint tatsächlich das Credo: Immer sind die anderen schuld! IMMER und aus Prinzip! Dass Borissow selber Probleme hat sich politisch durchzusetzen geht bei seiner Kampfrhetorik leicht einmal unter. Wichtigste Ziele, die er sich als Bürgermeister von Sofia gesetzt hat, sind weiterhin ungelöst (siehe Müllkrise in Sofia: <a href="http://www.wieninternational.at/de/node/13400">http://www.wieninternational.at/de/node/13400</a>). Auch bei dem Borissow so wichtigen Themen Korruption und Kriminalität sind Fragen angebracht. Borissow inszeniert sich gerne und oft als den am besten geeignetsten Mann zur Bekämpfung dieser noch immer so dringenden Probleme und doch gab es während seiner Zeit im Innenministerium Bedenken betreffend seiner Integrität. Denn nicht zuletzt ist Borissow selber ein Günstling der Wendejahre. Neben einem Inkassobüro gründete eine der größten Security-Firmen des Landes. Das diese, während der Chef selber sich zum Saubermann der Nation stilisierte, auch für die Sicherheit von Wendegewinnern jeder Couleur (Unternehmer, Politiker, Mafia) kümmerten, ist weder ein Geheimnis, noch konnte man Borissow je unsaubere Geschäftsmethoden nachweisen. Zweifel blieben immer. Und nicht nur deshalb, weil er als oberster Mafiajäger schlicht und ergreifend keine Erfolge vorzuweisen hat. </span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-DE">Borissow macht also das, was schon hunderte und tausende Populisten vor und nach ihm getan haben, um mit den &#8222;fantastischen Vier&#8220; zu sprechen: &#8222;du redest laut, doch du sagst gar nichts&#8230;&#8220;. Das aber reicht. Borissow verspricht den Bauern die eingefrorenen EU-Gelder einzulösen, er verspricht dem ganzen Land Friede, Freude und Notfalls sogar Eierkuchen; die Eliten werden ausgemistet, die Mafia vernichtet, das Gesundheitssystem reformiert und so weiter und so fort.</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-DE">Ich persönlich kenne niemanden, der Borissow mag oder für ihn stimmen wird, ich kenne aber auch niemanden, der mit der jetzigen Situation zufrieden ist. Dass die Regierung Stanischew zumindest teilweise korrumpiert ist, mag man nicht mehr bestreiten (bei aller Sympathie für Sergej), dennoch hat sie, glaubt man Berichten über die wirtschaftliche und sozioökonomische Entwicklung, gute Arbeit geleistet. Und nicht zuletzt scheint das Land auch in der Krise gerüstet zu sein. Die Politikverdrossenheit vor allem der jungen und der älteren Wählerschichten ist in diesem Sinne nicht nachvollziehbar. Natürlich geht es vielen Menschen schlecht, natürlich kann man sich nicht mit europäischen Standarts messen, aber in Bulgarien ist die Zivilgesellschaft im europäisch-demokratischen Sinne auch erst 20 Jahre alt. </span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-DE">Um zu einem Punkt zu kommen&#8230; sollen sie ihn wählen und dann schauen, was sie bekommen. Borissow wird keine Diktatur errichten und auch er wird sich der Abhängigkeit von Brüssel bewusst werden. Es kann also nicht so schlimm kommen, wie manche denken. Dass Borissow kein Imagegewinn für das Land ist, ist klar, aber in vier Jahren wird erneut gewählt und mit jedem Jahr steigt die Zahl derer, die sich verantwortungsbewusst mit ihrer Heimat auseinandersetzen. Und das ist die große Hoffnung, die für das Land besteht, dass eine neue Generation beginnt sich mehr und mehr zu engagieren. In diesem Sinne: Kopf hoch, auch einen Borissow kann man überstehen und an seiner Arbeit messen. Vielleicht ist gerade das die Hoffnung, dass sich nun wieder mehr junge Menschen in der Politik engagieren werden.</span></span></span></p>
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		<title>Interview mit &#8222;Bulgaren in Österreich&#8220; Chefredakteurin Elitsa Karaeneva</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Jun 2009 04:15:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jmseuss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Zeitschrift &#8222;Bulgaren in Österreich&#8220; nimmt in der österreichischen Medienlandschaft eine Sonderstellung ein. Enstanden aus einem Projekt an der Uni Wien hat sich die Zeitschrift inzwischen etabliert. Durch ihre Bilingualität wird sowohl deutschsprachiges als auch bulgarisches Publikum erreicht. Ausführliche Interviews sind besonderes Markenzeichen der Zeitschrift, die monatlich erscheint. Für Chefredakteurin Elitsa Karaeneva ist die Herausgabe [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=196&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
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<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Die Zeitschrift &#8222;Bulgaren in Österreich&#8220; nimmt in der österreichischen Medienlandschaft eine Sonderstellung ein.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Enstanden aus einem Projekt an der Uni Wien hat sich die Zeitschrift inzwischen etabliert.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Durch ihre Bilingualität wird sowohl deutschsprachiges als auch bulgarisches Publikum erreicht. Ausführliche Interviews sind besonderes Markenzeichen der Zeitschrift, die monatlich erscheint.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Für Chefredakteurin Elitsa Karaeneva ist die Herausgabe der Zeitschrift eine Herzensangelegenheit, die sie mit unglaublichem persönlichen Engagement vorantreibt. Im Folgenden Gespräch, im Mai 2009 geführt, lesen Sie, was Frau Karaeneva antreibt, was sie über Bulgarien und das Leben und Schaffen in Österreich denkt.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bei Frau Karaeneva für das Gespräch bedanken, das in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre stattfand. Von meiner Seite bleibt nur noch alles Gute für die Zukunft der Zeitschrift zu wünschen und Sie, liebe Leser, hoffentlich spannend zu unterhalten. Sollte das Interview Ihr Interesse geweckt haben, dann zögern Sie nicht die Homepage der Zeitschrift zu besuchen, am Forum teilzunehmen, oder die Zeitschrift zu abonieren.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"> </span></span></p>
<div id="attachment_202" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://bulgarianders.files.wordpress.com/2009/06/dsc055501.jpg"><img class="size-medium wp-image-202" title="DSC05550" src="http://bulgarianders.files.wordpress.com/2009/06/dsc055501.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Elitsa Karaeneva, Chefredakteurin von &quot;Bulgaren in Österreich&quot;" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Elitsa Karaeneva, Chefredakteurin von &quot;Bulgaren in Österreich&quot;</p></div>
<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><a href="http://www.bulgaren.org/Deutsch/index_de.html">http://www.bulgaren.org/Deutsch/index_de.html</a></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">Martin S.:   Elitsa, was empfindest du, wenn Du an Bulgarien denkst?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">Elitsa K. :   Wahrscheinlich unterscheide ich mich da nicht von den meisten anderenBulgaren. Zuerst sticht mal das Chaos ins Auge. Wenn ich lange   	Zeit nicht dort war, dann ist das Bild zunächst wunderbar, die Gebirge 	und die Natur sind einfach perfekt. Bin ich aber erst einmal dort, dann 	bin ich immer wieder enttäuscht zu sehen, in welche Richtung sich das 	Land 	entwickelt&#8230;</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Du sprichst jetzt von welcher Entwicklung? Von der politischen oder von 	der gesellschaftlichen?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E. :	Politisch ist es fraglos schlimm, es ist dann schwer Bulgarien zu mögen. 	Aber auch wie die Leute sich benehmen&#8230;es ist auch schwer die 	Bulgaren  selber zu mögen. Wenn man hier aus dem Westen kommt,  	ist man ja gewohnt, dass alles seine Ordnung hat und dann ist 	Bulgarien erstmal wie ein Schock.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Siehst du darin nicht auch eine Chance? Darin, dass alles so 	ungeordnet ist?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ich hoffe, dass es eine Chance auf Veränderung gibt. Ich glaube diesen 	Negativismus finden wir am meisten in Sofia, in den kleinen Städten ist  	es nicht so schlecht wie in der Hauptstadt. In den kleinen Städten und 	auf den Dörfern ist der Mensch noch eher Mensch geblieben, sie sind 	netter dort und fröhlicher und das obwohl sie unter sehr schwierigen 	Umständen leben. In Sofia leben einfach zu viele Menschen und alles 	ist schlecht organisiert, auch wenn kleine Verbesserungen, zum 	Beispiel im Straßenverkehr, sichtbar werden.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Du hast, soweit ich weiß, in Bulgarien studiert?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ja ich habe dort das Bakkalaureat abgeschlossen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Dann für den Master bist du nach Wien gekommen. Gab es einen 	besonderen Grund gerade Wien zu wählen?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ich habe einfach viele Freunde, die in Wien zum Teil auch studiert 	haben und die mir gerade am Anfang sehr geholfen haben.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	War es eine bewusste Entscheidung Bulgarien zu verlassen, oder war 	es studientechnisch nicht anders möglich?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ich wollte eine Veränderung. Dadurch, dass ich früher immer einige 	Sommer in Amerika verbracht habe, bin ich es gewohnt an anderen 	Orten zu sein. Die letzten zwei drei Jahre in Bulgarien bin ich gar nicht 	mehr weg gewesen und daran wollte ich etwas ändern.. Ich wollte ja 	auch noch weiter studieren und eine andere Sprache lernen, da 		ich eine Sprache am besten vor Ort lerne.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Du sagst du kennst viele Bulgaren in Wien, das bringt mich zu einer 	spannenden Frage; fast jeder weiß ja, dass in Wien sehr viele Bulgaren 	leben und dennoch haben Österreicher und Bulgaren nicht sehr viel 	miteinander zu tun. Ich beobachte das auch an der Uni, wo jedes 	Grüppchen unter sich bleibt. Es gibt eigentlich kaum Austausch&#8230; 	Beobachtest du das auch?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ja, das konnte ich oft beobachten und ich glaube es ist einfach so. Als 	wir mit der Zeitschrift begonnen haben, haben wir auch genau daran 	gedacht. Wir wollten helfen, dass die Bulgaren zusammenkommen, 	dass es nicht zehn hier und zwanzig dort gibt. Zuerst die Bulgaren 	untereinander und dann  natürlich auch die Österreicher und die 	Bulgaren.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Zuerst war die Motivation also die Bulgaren zusammenzubringen?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Nein nein&#8230;die Zeitschrift war von Anfang an zweisprachig und sie hatte 	schon den klaren Auftrag, den Österreichern mehr von Bulgarien und 	seinen Menschen zu zeigen. Es ist schon ein Wunsch, die beiden 	Kulturen miteinander zu vergleichen, vor allem aber sie aus der 	gegenseitigen Perspektive kennen zu lernen. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Hast du denn die Trennung der beiden Kulturen schon am Anfang, als 	du nach Österreich gekommen bist gespürt, oder hat sich das erst im 	Lauf der Zeit entwickelt?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Weiß du, bei mir persönlich ist diese Trennung gar nicht so ausgeprägt.Meine Freunde sind ziemlich international, viele meiner bulgarischen 	Freunde sind mit Österreichern verheiratet. Als ich nach Österreich 	gekommen bin habe ich überhaupt kein Deutsch gesprochen. Ich habe 	mich ganz bewusst von den Bulgaren isoliert um mich auf die deutsche 	Sprache konzentrieren zu können. Ich habe mich also zuerst nur mit 	Österreichern getroffen, oder meine bulgarischen Bekannten genötigt 	deutsch mit mir zu sprechen. So hat das funktioniert. Ich habe gemerkt, 	dass wenn man offen ist, man auch etwas zurückbekommt. Ist man das 	nicht, dann kann man auch keine Offenheit erwarten&#8230;</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Wann genau kam dir die Idee, die Zeitschrift &#8222;Bulgaren in Österreich&#8220; zu 	machen? War es eine Initiative nur von Dir, oder hattest du Mitstreiter?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ich habe 2006 mit meiner Kollegin Tatyana Ribarska begonnen. 	Angefangen hat es an der Uni. Wir, die Studenten, sollten eine Idee 	projektplanerisch umsetzen. Da mein Mann, der Serbe für eine 	serbische Zeitschrift hat, ist mir diese Idee eingefallen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;"> </span></span></p>
<div id="attachment_204" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://bulgarianders.files.wordpress.com/2009/06/dsc05546.jpg"><img class="size-medium wp-image-204" title="DSC05546" src="http://bulgarianders.files.wordpress.com/2009/06/dsc05546.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Tatyana Ribarska - Leiterin Marketing" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Tatyana Ribarska - Leiterin Marketing</p></div>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Hier in Österreich? Ist sie auch zweisprachig?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.: 	Ja, in Österreich. Zur Zeit ist sie aber nur auf Serbisch.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;"> Das hat mir jedenfalls bei dem Projekt geholfen. Die Lehrerin hat mich 	und andere Bulgarinnen zusammengebracht und so haben wir 	angefangen. Es war allerdings zuerst als ein rein theoretisches Projekt 	geplant, wie viel es kosten wird, wie man die Zeitschrift verbreiten kann, 	die ganze Organisation. Am Ende hat sich aber nur eine Kollegin 	entschieden mit mir weiterzumachen. So haben wir also zu zweit 	begonnen und ich habe alle meine Österreichischen  und Bulgarischen	Freundinnen und Freunde dazu gebracht auch etwas zu schreiben oder 	zu übersetzen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Wie lange gibt es &#8222;Bulgaren in Österreich&#8220; jetzt schon? </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Die Zeitschrift gibt es seit fast zweieinhalb Jahren. Bisher sind 16 	Ausgaben erschienen, die 17. ist schon geplant.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Wie funktioniert das denn alles im Detail, welche Schritte müsst ihr 	planen, bis die Zeitschrift auf dem Tisch liegt? Zu zweit&#8230;das ist ja 	enorm viel Arbeit?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Organisieren tun wir es zu zweit, das stimmt. Es gibt aber mehr Leute, 	die schreiben, 20 in etwa. Meistens brauche ich zwei bis drei Wochen, 	um die Ideen in meinem Kopf reifen zu lassen. Dann mache ich mich 	auf die Suche nach Leuten, die die Texte schreiben.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Du überlegst dir die Themen also alleine?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.: 	Nein, meistens überlege ich zusammen mit Tanya und es passiert jetzt 	auch immer öfter, dass Leute zu uns kommen und uns Themen 	vorschlagen, über die es interessant zu berichten wäre. Manchmal 	kommt aber auch nichts von außen und dann wird es mit der 	Zeit 	schon urschwierig Themen zu suchen und zu finden. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;"> Hat man aber erstmal die Phase der Themenfindung hinter sich, dann 	geht alles seinen Lauf. Man verteilt sie an die Leute, die schreiben, gibt 	die Texte dann weiter an einige Bulgarinnen, die übersetzen und die 	Österreicher korrigieren das Übersetzte. Am Ende steht die 	Zusammensetzung und das Layout.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Wie wird das denn alles finanziert? Da kommt ja doch einiges 	zusammen. Bekommt ihr irgendwelche Förderungen?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Wir bekommen eine kleine Förderung vom Magistrat 7, das reicht aber 	vorne und hinten nicht.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Ihr bekommt also nichts von bulgarischer Seite? Nichts von 	Kulturinstitutionen, vom bulgarischen Kulturministerium? Nichts? Aber 	ihr habt versucht Förderungen zu bekommen? Und wenn, mit welcher 	Begründung wurde das abgelehnt?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Die Begründung war, dass im Kulturbudget diese Sparte nicht existiert. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Und die wird auch nicht geschaffen&#8230;War und ist das für dich eine 	Enttäuschung? Als Antwort lachst du, als wolltest du damit sagen: 	&#8222;ahh&#8230;typisch&#8220;..</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ja, genau. Anfangs haben wir noch gehofft, aber dann haben wir 	gesehen, wie die Bürokratie funktioniert und das solche Projekte keine 	Chancen haben, wenn man es nicht selber finanziert, oder es auf 	anderem Wege schafft.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.: 	&#8222;Bulgaren in Österreich&#8220; lebt also von Werbeeinnahmen. Reicht das? 	Kommt ihr damit über die Runden? Ich nehme an ihr werdet nicht reich 	damit&#8230;?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Im Gegenteil, wir zahlen immer noch drauf. Das Geld reicht für Druck 	und Post. Der Rest geschieht ja alles auf freiwilliger Basis. Das macht 	die Arbeit sehr schwierig. Die Leute werden ja nicht bezahlt und 	dennoch fragt man immer wieder nach ihrer Zeit und ihren 	Anstrengungen. Grade deshalb bin ich aber auch so froh, dass es 	immer noch Leute gibt, die trotzdem mitmachen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-DE">M.: 	Nach zweieinhalb Jahren seid ihr aber gewissermaßen schon etabliert 	und es besteht keine akute Gefahr, dass ihr aufhören müsst?</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Solange die Werbeeinnahmen kommen, können wir weitermachen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Ihr tretet in der Öffentlichkeit aber auch eher dezent auf. Ich habe am I	nstitut für Slawistik noch nie ein Heft von Euch gesehen, auch nicht im 	Haus Wittgenstein, oder in irgendeinem Café. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Dabei schicken wir immer wieder Ausgaben an einige Professoren mit 	dem Ziel, dass diese die Zeitschrift an der Bulgaristik verteilen. Herr 	Miklas z.B. hat schon einige Ausgaben erhalten und auch Frau Mark. 	Die beiden sind doch noch an der Uni tätig?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.: 	Ja ja&#8230;</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Na wohin gehen dann unsere Ausgaben?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.: 	Die werden wohl zu Hause landen&#8230; Bekommt ihr sonst Feedback und 	wie viele Menschen erreicht ihr damit?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Wir drucken 5000 Stück pro Auflage. Viele der Abonnenten sind 	Österreicher. Man sieht also, dass es Interesse an Bulgarien gibt.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;"> Natürlich lesen es auch die Bulgaren, davon sind viele Studenten, wie 	viele genau kann ich aber nicht sagen. Verteilt wird überall, wo 	Bulgaren verkehren; Kirchen, Restaurants, bulgarische Geschäfte.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Hauptsächlich aber in Wien?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Außerhalb von Wien haben wir auch Abonnenten, in Graz, Salzburg 	und Linz zum Beispiel, aber auch vom Land. Und Feedback bekommen 	wir auch hauptsächlich über die Abo-Anfragen. Die Menschen 	bedanken sich dann für die schöne Zeitschrift und fügen oft an, wie 	interessant hilfreich sie sie  finden. Auch die Artikel und Anzeigen in der 	Zeitschrift werden positiv erwähnt. Gestern habe ich zum Beispiel eine 	Email von 	einem jungen Mann, Österreicher, bekommen, der schreibt, 	dass er einen Architekten interviewen möchte und ob das für die 	Zeitschrift	interessant wäre, es könnte auch übersetzt werden und er 	würde sich 	um Fotos und alles kümmern. So etwas ist für uns natürlich 	perfekt. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;"> Feedback bekommen wir also, im Forum allerdings schreibt kaum 	jemand.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.: 	Das Forum auf der Website ist allerdings auch nur auf Bulgarisch, 	oder?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Nein eigentlich nicht, auch das Forum ist zweisprachig, aber trotzdem 	geht da wenig vorwärts.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Wie habt ihr vor weiter zu machen, was ist eure Perspektive?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;"> Es wird ja als Kulturmagazin bezeichnet und wenn man alleine die 	vorletzte Ausgabe betrachtet, vor allem das Interview mit dem 	Übersetzer Alexander Sitzmann, dann stellt man fest, dass es wirklich 	feine Arbeit ist. Das ist und bleibt also eure Richtung?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-DE">E.: 	Sicher. Das ist und bleibt unsere Richtung und ich will auch keine Politik 	in der Zeitschrift. Es bleibt bei der Kultur der Länder. Dennoch wünsche 	ich mir, dass jetzt noch mehr über Österreich geschrieben wird. 	Verbesserungswürdig scheint mir der Kontakt mit dem Publikum, also 	den Lesern. Es hat ja auch immerhin etwa ein Jahr gebraucht, bis die 	Leute gemerkt haben, dass wir da wirklich was Gutes machen, es 	braucht also Zeit. Und die Leute brauchen uns inzwischen.</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Du denkst die Leute brauchen euch?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ja, sie brauchen uns.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Wofür?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Für ein bisschen Selbstbewusstsein. Wir möchten auch langsam 	anfangen, Bulgarien zu kritisieren. Natürlich nur, wenn es Gründe für 	Kritik gibt, nicht einfach schimpfen, sondern um andere Wege zu 	zeigen. Ich finde inzwischen nicht mehr ganz richtig, wenn man nur 	positives schreibt. Es ist genau so wichtig, auch die andere Seite zu 	zeigen. Bisher haben wir aber versucht, nur die guten Seiten 	darzustellen. Aber wenn man als Ausländer am Flughafen in Sofia 	ankommt und dann die Taxifahrer trifft, die gleich mal 40 Euro für eine 	Fahrt ins Zentrum kassieren wollen, für fünf Kilometer, das ist schlimm! 	Und jetzt, wo wir uns schon etwas etabliert haben, können wir uns ein 	bisschen Kritik glaube ich auch leisten. Und dann wollen wir vielleicht 	den Österreichern, die nach Bulgarien fahren Tipps geben, worauf sie 	achten sollen, dass sie wissen, wie sie ihre Rechte verteidigen können. 	Ich selber hatte das letzte Mal in Bulgarien wieder einen Eklat mit den 	Taxifahrern und das obwohl ich auf sie vorbereitet war&#8230;ich konnte es 	nicht glauben&#8230;es hat mir die Stimmung für die nächsten zehn Tage 	verdorben.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.: 	Willst du den Vorfall erzählen?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ach was gibt es da zu erzählen, er hat einfach versucht uns anzulügen 	und war furchtbar arrogant, übelste Sorte, es hat keinen Sinn das 	nochmal zu erzählen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Zurück zur Zeitschrift. Hast du daran gedacht, die Zeitschrift in 	Bulgarien selber herauszugeben, oder dort zu verteilen?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Es wird verteilt. Wir schicken ständig Ausgaben an verschiedene 	Ministerien, an die Bibliothek und außerdem legen wir welche in die 	Reisebusse, die von Bulgarien nach Österreich fahren. Damit wollen wir 	die Bulgaren erreichen, noch bevor sie nach Österreich kommen. Sie 	wissen dann wo zum Beispiel bestimmte Konzerte stattfinden, welche 	Orte sich zu besuchen lohnen und welche Menschen, Bulgaren und 	Österreicher überhaupt in diesem Land leben.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.: 	Verteilt ihr auch an deutschen Schulen in Bulgarien, oder am 	Goetheinstitut zum Beispiel?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Bisher hatten wir da noch keine Kontakte, es ist aber eine gute Idee. Ich 	weiß aber auch nicht, ob wir den Ansprüchen des Goetheinstituts 	genügen würden.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Kulturzeitschrift ist natürlich ein großes Wort und grade in Bulgarien 	haben solche, speziell in der Wiedergeburtszeit, aber auch davor und 	danach, sei es in München oder Bukarest, eine große Tradition, siehst 	du dich in dieser Tradition? Auch in deiner Funktion als &#8222;Exilbulgarin&#8220;?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Lernst du das alles in der Uni? Nein, in diesem Bereich kenne ich mich 	nicht so aus und es ist auch nicht als Weiterführung einer Tradition 	gedacht. Es war ein ganz eigenes Projekt. Aber kurz nachdem wir 	begonnen hatten, haben wir erfahren, dass es vor vielen Jahren hier in 	Österreich eine vergleichbare Zeitschrift gegeben hat. Sie hat 15 Jahre 	bestanden und sah sogar ganz ähnlich aus, zweisprachig mit fast den 	selben Rubriken, auch das Format glich sich. Wahrscheinlich bekommt 	man einige Ausgaben noch im Haus Wittgenstein. Sie hieß &#8222;Novini&#8220;</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Kennst du die Leute, die diese Zeitschrift gemacht haben?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ja, der Herausgeber heißt Philipov, er ist aber kürzlich gestorben. Er 	war über 88 Jahre alt, glaube ich. Und dann hat noch eine Dame mit 	ihm gearbeitet, die jetzt den bulgarischen Kulturverein &#8222;Kyrill und 	Methodii&#8220; in Wien als Vorsitzende leitet, über den wir auch schon 	berichtetet haben.  Einige ihrer Aktivitäten sind Leute aus Bulgarien 	einzuladen, die Vorträge über die bulgarischen Wurzeln halten.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Weißt du, warum diese Zeitschrift nicht mehr existiert?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Geld. Es lag am Geld. Die haben das ja genau wie wir freiwillig 	gemacht. Es ist wirklich viel Arbeit und irgendwann fehlt dann vielleicht 	auch der Enthusiasmus, das weiter zu machen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Das kann ja für dich nicht grade motivierend sein, zu sehen, dass eure 	&#8222;Vorgänger&#8220; 15 Jahre gekämpft haben und dann doch aufgeben 	mussten.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ja es ist so, auch bei uns. Manchmal wissen wir nicht, wie die nächste 	Ausgabe finanziert werden soll. Und es mangelt einfach auch an der 	materiellen Unterstützung. Die Bulgarische Community ist sehr froh, 	dass es die Zeitschrift gibt, aber wir haben beinahe nie Spenden oder 	sonstige Hilfe bekommen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Was ist denn eigentlich die Bulgarische Community? Wie sieht die hier 	in Österreich aus? Ist sie heterogen? Gibt es eher Reiche oder Arme?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.: 	Es ist sehr unterschiedlich. Es gibt zum Beispiel viele bulgarische 	Taxifahrer hier in Wien. Und Reiche kenne ich an sich auch wenige, 	dafür aber Erfolgreiche, mit viel Potential. Einige von ihnen haben wir 	auch schon in der Zeitschrift vorgestellt. Viele interessante Leute.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.: 	Ja, viele von ihnen greifen ja regelrecht in die österreichische 	Gesellschaft ein und gestalten sie mit. Dimitre Dinev zum Beispiel, der 	ja andererseits auch wieder viel für bulgarische Autoren tut. Oder die 	Brüder Wladigeroff.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.: 	Ja ja, eben&#8230;die haben wir alle präsentiert, die Wladigeroffs und auch 	ihre Schwester Ekaterina, Dimitre Dinev und IliaTrojanov. Auch die  	bulgarische Opernsängerin Krassimira Stoyanova und auch Professor 	Miklas war schon auf dem Titelblatt.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Anderes Thema. Denkst du manchmal darüber nach nach Bulgarien 	zurück zu gehen, oder ist das unvorstellbar?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.: 	Diese Frage stellt einfach jeder immer wieder gerne&#8230;</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;"> Ich bin mit einem Serben verheiratet, was würde der wohl in Bulgarien 	machen? Für mich gäbe es vielleicht heute Möglichkeiten in Bulgarien 	zu arbeiten, aber für ihn&#8230;? Wir haben hier unser Leben eingerichtet. Es 	steht also momentan nicht zur Debatte. Außerdem glaube ich, dass ich 	für die Bulgaren, auch in Bulgarien, mehr von hier aus machen kann, 	als von dort. Denn hier mache ich die Zeitschrift und nicht dort; dort 	wäre es vielleicht gar nicht möglich und nötig.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Was mich an Bulgarien reizt ist  eben dieses Chaos, was dich eher 	abschreckt. Ich bin ja in Süddeutschland aufgewachsen und habe dann 	im ganzen deutschsprachigen Raum gelebt, auch in der Schweiz und 	jetzt hier in Österreich. Ich weiß, wie es hier aussieht, alles ist grade, 	alles ist sauber, die Menschen sind ernst&#8230;klar bewege ich mich jetzt in 	Schubladen, aber wenn ich in Bulgarien bin dann fühle ich&#8230;</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	&#8230;Freiheit&#8230;</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Nein, nicht Freiheit. Es sind die Eindrücke, die Bilder, die mich jedes 	mal wieder überraschen und faszinieren. Mir macht es gar nichts aus, 	dass es staubig und anstrengend ist, im Gegenteil.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Naja, schau, ich habe Freundinnen in Sofia, die schon Kinder haben&#8230; </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Schön, dass du das sagst. Immer wenn ich in Sofia unterwegs bin fällt 	mir auf, dass es eigentlich im Zentrum unmöglich ist einen Kinderwagen 	zu schieben.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Leider nicht nur im Zentrum, das ist überall so. Manchmal wissen sie 	gar nicht wo sie mit ihren Kindern zum spielen gehen sollen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Ja, aber das wird alles noch, denkst du nicht? Jetzt gibt es ja schon den 	ersten Fahrradweg in Sofia&#8230; zwei Kilometer!</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.: 	ECHT? Und da fahren die armen Radfahrer dann 	immer hin und 	zurück? Es stimmt schon, es sind sehr viele kleine 	Schritte, aber auch 	sehr viele, bei denen überhaupt nicht nachgedacht 	wird. Schau dir 	schon mal alleine an, wie viel und wie unsinnig gebaut 	wird. Oder 	was sie mit dem Meer gemacht haben, mit der Küste&#8230;keiner 	von 	meinen Bekannten fährt noch ans Schwarze Meer. Früher habe ich 	das Meer so gerne gemocht, heute ist es unmöglich. Total verbaut. 	Braucht man all diese Gebäude?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Da hast du recht, auch Bansko zum Beispiel. Es hat durch den 	&#8222;Aufschwung&#8220; vieles verloren, was es damals typisch gemacht hat. 	Heute ist es so wie an der Adria oder in Südspanien, einfach grauslich.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Das man aber aus genau diesen Fehlern nicht gelernt hat, das verstehe 	ich nicht. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Liegt es auch daran, dass sich so wenige Leute einsetzen?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Aber nein, es gibt viele, die sich einsetzen. Ich selber habe schon an 	solchen Initiativen  in Bulgarien teilgenommen. Die Meinung der 	Menschen wird aber nicht berücksichtigt.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Es gibt wirklich welche, die sich wehren? Das höre ich zum ersten Mal.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Vor allem viele Junge Menschen versuchen Dinge zu verbessern.  Und 	sie organisieren sich auch zunehmend, vor allem in den Städten, aber 	bisher finden sie kein Gehör. Seit etwa einem Jahr gibt es auch ein 	bulgarisches Pendant zu den Grünen Parteien in Europa&#8230;.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	&#8230;ich habe gehört, dass die Grünen in Bulgarien von einer Versicherung 	finanziert werden? Das ist doch auch etwas dubios, oder?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ja, das habe ich auch gehört. Scheinbar steht irgendeine 	Investorengruppe hinter der Partei. Man fragt sich dann schon, was das 	für eine Grüne Partei sein kann&#8230; Aber so ist das in Bulgarien, wenn 	man Geld verdienen kann, dann verdient man es, egal ob es 	unmoralisch ist oder nicht.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Also Kritik&#8230;ich sehe schon wie es losgeht. Soll das schon mit der 	nächsten Ausgabe beginnen?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Nein ich denke noch nicht. Viele Leute sagen uns immer wieder, dass 	wir kritischer berichten sollen, aber kaum einer bringt sich ein. Es wird 	erwartet, dass das von uns kommt. Kritik lesen wollen alle, selber 	kritisieren will keiner. Man will nicht seinen Namen unter dem Artikel 	stehen sehen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Habt ihr denn eigentlich mal die Vergangenheit beleuchtet? Die Wende, 	das Davor und das Danach?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Wir haben zwar eine Rubrik &#8222;Geschichte&#8220;, in der geht es aber eher um 	die bulgarische Community in Österreich. Alles andere bekommt dann 	gleich wieder so einen politischen Touch und das wollen wir nicht. 	Politik ist ein schmutziges Geschäft und die Meinungen sind geteilt. 	Wenn wir uns einmischen, dann verlieren wir eventuell unser Publikum, 	das können und wollen wir uns nicht leisten.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Glaubst du nicht, die Abonnenten würden zahlen?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Wir hoffen das inzwischen auch und werden versuchen, das mit den 	nächsten Ausgaben umzusetzen. So kann es eigentlich nicht 	weitergehen. Die Leute, die so interessante Sachen für uns schreiben, 	wollen wir auch halten und das geht kaum, wenn man immer nur auf 	freiwilliger Basis arbeitet.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.: 	Was werden die Themen der nächsten Ausgabe sein?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	&#8230;&#8230;</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Sonst kann ich auch noch warten?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ja bitte warte noch. Es ist zwar schon fast alles im Kopf, aber es muss 	noch ausgearbeitet werden. Lass dich überraschen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Besuchst du regelmäßig bulgarische Veranstaltungen in Wien?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ich müsste, habe aber einfach zu wenig Zeit und ein bisschen auch die 	Lust verloren. Verstehe mich nicht falsch&#8230;ich mache die Zeitschrift sehr 	gerne, aber es ist sehr zeitaufwendig. Wenn ich dann noch die 	Veranstaltungen besuche und über sie schreibe, wenn ich dann auch 	noch mit den Anwesenden reden muss, dann wird mir das irgendwann 	einfach zu viel.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Wie viel Zeit verwendest du denn für die Zeitschrift?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Viel. Eigentlich jeden Tag, auch wenn es nur Koordination ist oder das 	Beantworten von Mails. Die meiste Arbeit fällt aber in den letzten zwei 	Wochen vor dem Erscheinungsdatum an. Dann muss die Ausgabe für 	den Druck vorbereitet und das Layout fertig gemacht werden. Da geht 	es oft stressig zu. Zum Glück habe ich meinen Mann und wir 	unterstützen uns gegenseitig. Er hat mir auch geholfen, mich überhaupt 	erst in viele der Programme einzuarbeiten, die ich ja noch gar nicht 	kannte.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Ich finde es besonders schön, wenn aus Projekten längerfristige Dinge 	entstehen. Bist du stolz darauf das geschaffen zu haben?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ja, ich kann nicht behaupten, dass ich nicht stolz wäre&#8230; Und alles in 	allem überwiegen die positiven Seiten. Ich habe wirklich auch ganz 	persönlich von der Zeitschrift profitiert. Ich habe inzwischen sehr viele 	Kontakte und ich gehe heute anders mit Menschen um, es fällt mir 	leichter, mit ihnen zu sprechen. Ich war immer etwas zurückhaltend. 	Jetzt habe ich ein ganz anderes Selbstbewusstsein. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Zeigen die österreichischen Medien Interesse an eurer Arbeit?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.: 	Generell glaube ich, dass sich die österreichischen Medien nicht 	besonders für Immigranten-Initiativen interessieren. Dafür haben wir 	aber viele Kontakte zu anderen Migrantenmedien. Wir sind halt auch 	keine Profis und dann möchte ich nicht erwarten, dass sich 	professionelle Medien mit uns beschäftigen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Du ich finde die &#8222;professionellen Medien&#8220;, grade in Österreich, werden 	überbewertet. Oft sind die Artikel belanglos und oft sogar schlecht 	geschrieben. Ich glaube ihr braucht euch da nicht zu verstecken.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Wahrscheinlich hast du da sogar recht.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Euer erstes Heft ist beinahe gleichzeitig mit dem Beitritt Bulgariens zur 	europäischen Union erschienen. Habt ihr darüber berichtet? </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.: 	Ja, wir haben dem einen Teil gewidmet.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Im Gegensatz zu Beitritt der baltischen Staaten, kam mir der Aufwand, 	der um Bulgarien und Rumänien betrieben wurde relativ gering vor. 	Kannst du dir das erklären?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ich denke man hat uns nicht wirklich in Europa gewollt.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Denkst du Europa tut Bulgarien gut?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Wenn wir uns auf das Projekt einlassen dann ja. Aber die Bulgaren sind </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;"> so stur und denken sie sind so clever, dass ich daran zweifle.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Und du? Fühlst du dich wohl in Österreich? Es ist ja auch nicht immer 	das einfachste Land für Migranten&#8230;.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Ich hatte mit Österreich nie grosse Probleme. Natürlich gibt es immer 	Probleme, aber nicht solche, die man nicht lösen könnte. Von Freunden 	habe ich schon immer wieder mal was gehört, aber ich habe es nicht 	gemerkt.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">M.:	Du willst aber nicht wie Dinev zum Beispiel die österreichische 	Staatsbürgerschaft annehmen?</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;">E.:	Nein, ich bin Bulgarin und ich bin stolz eine Bulgarin zu sein. Auch 	wenn Sachen gibt, die mir nicht an meinem Land gefallen. Wenn wir 	alle etwas positiver denken würden, wäre schon ein großer Schritt nach 	vorne getan. Und stolz bin ich auch, was ich für Bulgarien tue, wenn 	auch aus der Distanz. Und wenn mir jemand sagt, du bist doch im 	Ausland, du kannst nichts verändern, dann ist das gerade eine 	Herausforderung für mich!</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;"><a href="http://bulgarianders.files.wordpress.com/2009/06/dsc055661.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-207" title="DSC05566" src="http://bulgarianders.files.wordpress.com/2009/06/dsc055661.jpg?w=300&#038;h=225" alt="DSC05566" width="300" height="225" /></a><br />
</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:medium;"><br />
</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE">
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<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/bulgarianders.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/bulgarianders.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/bulgarianders.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/bulgarianders.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/bulgarianders.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/bulgarianders.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/bulgarianders.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/bulgarianders.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/bulgarianders.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/bulgarianders.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/bulgarianders.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/bulgarianders.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/bulgarianders.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/bulgarianders.wordpress.com/196/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=196&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Europawahl Bulgarien 2009</title>
		<link>http://bulgarianders.wordpress.com/2009/06/08/europawahl-bulgarien-2009/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 09:30:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jmseuss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik & Geschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Laut den letzten Ergebnissen vom 08.06.2009, hat sich die Mitte-rechts Partei GERB, unter der Führung des Sofioter Bürgermeisters Bojko Borissov, bei den Europawahlen in Bulgarien mit 24,55 Prozent der Stimmen, durchsetzen können. Damit hat sich bewahrheitet, was bereits angenommen werden durfe und ausserdem ein europäischer Trend nach Rechts bestätigt. Allerdings durfte sich GERB dennoch nicht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=193&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Laut den letzten Ergebnissen vom 08.06.2009, hat sich die Mitte-rechts Partei GERB, unter der Führung des Sofioter Bürgermeisters Bojko Borissov, bei den Europawahlen in Bulgarien mit 24,55 Prozent der Stimmen, durchsetzen können.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Damit hat sich bewahrheitet, was  bereits angenommen werden durfe und ausserdem ein europäischer Trend nach Rechts bestätigt. Allerdings durfte sich GERB dennoch nicht über den erwarteten Erdrutschsieg freuen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Premier Stanishev und seine sozialistische Koalition kommen den Angaben nach auf nicht mehr als 18,44%, gefolgt von der Partei der türkischen Minderheit DPS mit 14,13%, sowie der rechtsnationalen Attacka mit 11,72%.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Die Wahlbeteiligung wurde mit 37,49% beziffert, was bedeutet, dass im Vergleich zur letzten Wahl 2004, 600.000 Bulgaren mehr an den Urnen zu finden waren.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Insgesamt sendet Bulgarien nach dieser Wahl 17 Abgeordnete nach Straßburg. Was die Wahl innenpolitisch bedeuten wird, bleibt abzuwarten, der Rechtsruck ist aber deutlich und natürlich, wie auch in anderen Ländern als Ausdruck des Protestes, aber auch als Wandel in der Wahrnehmung zu interpretieren. Trotz fragwürdiger Positionen die vor allem GERB und Attacka besetzen, ist es erfreulich, dass mehr Menschen gewählt haben und es bleibt zu hoffen, dass sie sich kritisch mit dem politischen Umfeld auseinandersetzen. </span></span></p>
<p>http://www.bnr.bg/RadioBulgaria/Emission_German/News/B13-0706.htm</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/bulgarianders.wordpress.com/193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/bulgarianders.wordpress.com/193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/bulgarianders.wordpress.com/193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/bulgarianders.wordpress.com/193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/bulgarianders.wordpress.com/193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/bulgarianders.wordpress.com/193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/bulgarianders.wordpress.com/193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/bulgarianders.wordpress.com/193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/bulgarianders.wordpress.com/193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/bulgarianders.wordpress.com/193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/bulgarianders.wordpress.com/193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/bulgarianders.wordpress.com/193/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/bulgarianders.wordpress.com/193/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/bulgarianders.wordpress.com/193/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=193&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Dimitre Dinev präsentiert &#8222;Familienbrand&#8220; von Vladimir Zarev im Literaturhaus&#8230;.eine Nachbetrachtung</title>
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		<pubDate>Wed, 06 May 2009 07:21:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jmseuss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie zu erwarten schöne Veranstaltung, der ich da gestern Abend beiwohnen durfte. Schön aber nicht ohne Makel. Eröffnet wird durch die Verantwortlichen des Literaturhauses Wien sowie einer Vertreterin des Deuticke Verlages, in dem Zarevs Buch &#8222;Familienbrand&#8220;, in einer Übersetzung von Dimitre Dinev, erschienen ist. Dinev beginnt mit einer scheinbar unorthodoxen Frage: &#8222;Vlado (so nennt er [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=175&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Wie zu erwarten schöne Veranstaltung, der ich da gestern Abend beiwohnen durfte. Schön aber nicht ohne Makel. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Eröffnet wird durch die Verantwortlichen des Literaturhauses Wien sowie einer Vertreterin des Deuticke Verlages, in dem Zarevs Buch &#8222;Familienbrand&#8220;, in einer Übersetzung von Dimitre Dinev, erschienen ist.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Dinev beginnt mit einer scheinbar unorthodoxen Frage: &#8222;Vlado (so nennt er seinen Freund Vladimir Zarev an diesem Abend durchgehend) was hast du zuletzt geträumt?&#8220;. Zarev erzählt er leide letztlich unter dem schrecklichen Traum, frei zu fallen und immer tiefer zu fallen, in einen großen Saal, in dem sein Buch Familienbrand besprochen wird&#8230;. Das Publikum im überfüllten Literaturhaus lacht erstmals und Zarev applaudiert sich selber&#8230;oder der Zuhörerschaft? So genau erfährt man das nicht.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Nun meint Dinev, er sei ein derart großer Bewunderer, dass es ihm sehr schwer falle über seinen Freund und Vorbild Zarev zu sprechen, die Emotionen würden mit ihm durchgehen und deshalb werde er Teile einer Rede vorlesen, die er einmal zuvor über Zarev gehalten habe. Diese ist dann tatsächlich sehr pathetisch. Auch wenn man ihm seine Freundschaft und Bewunderung abnimmt sind Sätze wie der folgende schon starker Tobak, den man zudem schon auf etlichen Buchdeckeln lesen durfte:</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">&#8222;Man geht mit Zarevs Prosa um, wie man gewöhnlich mit einem Schatz umgeht. Man sperrt sich allein mit ihr ein und streichelt sie mit Augen und ergötzt sich an der Vollkommenheit jedes Bildes, an dem Glanz jedes einzelnen Satzes.&#8220;</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Zwischendurch gefallen die Brüder Wladigeroff mit einer Interpretation von what a wonderful world. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Nun beginnt Zarev aus dem Bulgarischen zu lesen. Mit eingehender Stimme trägt er etwa drei Minuten aus seinem Werk vor. Dinev übernimmt den deutsch zu lesenden Teil. Sein starker Akzent macht es einem möglich, sich besser in die Literatur aus Bulgarien hineinzufühlen, manchmal aber unmöglich, alles zu verstehen. Dennoch bekomme ich ein Gefühl für das Werk, das, so wurde es vorher bestätigt, Teil einer Trilogie und wohl des Autors Lebenswerk ist. &#8222;Familienbrand&#8220; beginnt seine Handlung Ende des 19. Jahrhunderts in den Jahren um und in der geistigen Wiedergeburt Bulgariens nach der Befreiung vom &#8222;türkischen Joch&#8220;, spinnt sie, in Teil eins, weiter bis zum Ende es zweiten Weltkrieges, behandelt im zweiten Teil die Zeit des Kommunismus in Bulgarien und endet im dritten Teil im Jahr 2005. Dinev betont denn auch, es sei ein langsames Werk, eines, dass man sich erlesen muss und auch will.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Unterbrochen von der wundervollen Musik der Brüder Wladigeroff, werden vier Textpassagen vorgestellt, die einem intime Bilder und fein ausgeschmückte Sprache präsentieren. Dazwischen stellt Dinev Fragen und Zarev antwortet. &#8222;Wer ist der perfekte Leser?&#8220; Zarev: &#8222;Ich bin der perfekte Leser für mein Werk&#8230;&#8220; Das Publikum lacht&#8230;Zarev klatscht&#8230;.&#8220;Wer ist für dich der bedeutendste Autor?&#8220; Zarev: &#8222;Dostojewski&#8230;Sein Stil war zwar nicht perfekt, aber er hat eben losgelöst vom Stil geschrieben&#8230;&#8220;. Und dann geht es viel um Macht. Zarev: &#8222;Wenn ein Baby schreit, dann nur zu einem geringen Teil, weil es Hunger hat oder müde ist. Meistens schreit es um zu herrschen&#8230;&#8220; Das Publikum lacht, Zarev klatscht. Zu diesem Zeitpunkt erscheint mir die Vorstellung etwas fragwürdig, ein Selbstläufer, ein eingespieltes Team, Autor, Moderator, Musiker und Publikum, das geht alles etwas zu einfach, ist alles etwas plakativ. Andererseits berührt mich doch das familiäre und ungezwungene an dieser Veranstaltung. Am Ende stellt sich Zarev noch selber eine Frage in Ermangelung solcher aus dem Publikum. Er werde oft gefragt, wie er Bulgarien und seine Entwicklung sehe. Als Resümee einer durchaus kritischen, die Politik geißelnden, Antwort, in der er froh ist, dass Bulgarien nun zu Europa gehört, setzt er einen typisch bulgarischen Witz: Was ist der Unterschied zwischen einem Pessimisten und einem Optimisten? Der Pessimist sagt: Schlechter kann es gar nicht sein. Der Optimist darauf: Doch doch.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Zusammenfassend bleibt mir zu sagen, dass der Abend sich jedenfalls gelohnt hat, dass er auch Spaß gemacht hat, dass ich manchmal das gewisse Etwas an Ernsthaftigkeit im Umgang mit der scheinbar so großen Literatur vermisst habe, die zu Gunsten einer nicht überheblichen, manchmal aber unnötigen, Selbstdarstellung aufgegeben wurde. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Vielleicht sollte man dennoch darüber nachdenken, bulgarische Autoren einmal auch unabhängig von Dimitre Dinev und den Brüdern Wladigeroff zu präsentieren, es droht sonst eine gewisse Ermüdung. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Das letzte Stück des Abends ist das obligate &#8222;Istanbul mustn&#8217;t become Vienna&#8220; vom Album &#8222;Wanderer in Love&#8220; und so schön es ist, überraschend war es nicht.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT">
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/bulgarianders.wordpress.com/175/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/bulgarianders.wordpress.com/175/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/bulgarianders.wordpress.com/175/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/bulgarianders.wordpress.com/175/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/bulgarianders.wordpress.com/175/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/bulgarianders.wordpress.com/175/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/bulgarianders.wordpress.com/175/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/bulgarianders.wordpress.com/175/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/bulgarianders.wordpress.com/175/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/bulgarianders.wordpress.com/175/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/bulgarianders.wordpress.com/175/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/bulgarianders.wordpress.com/175/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/bulgarianders.wordpress.com/175/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/bulgarianders.wordpress.com/175/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=175&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Jordan Jovkov&#8230;..Meister der bulgarischen Erzählung</title>
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		<pubDate>Sat, 02 May 2009 13:11:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jmseuss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Diesen Artikel habe ich nicht selber verfasst, ihn dafür aber 1 zu 1 aus dem bulgarischen Wikipedia (http://bg.wikipedia.org/wiki/Йордан_Йовков) übersetzt. Wiki wiederrum beruft sich auf die Seite slovo.bg (http://www.slovo.bg/showbio.php3?ID=95), was ich allerdings erst am Ende der Übersetztung festgestellt habe. So haben wir hier einen Text, der uns einen ersten Überblick über Jovkov, sicher aber nicht alle [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=168&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Diesen Artikel habe ich nicht selber verfasst, ihn dafür aber 1 zu 1 aus dem bulgarischen Wikipedia (<a href="http://bg.wikipedia.org/wiki/%D0%99%D0%BE%D1%80%D0%B4%D0%B0%D0%BD_%D0%99%D0%BE%D0%B2%D0%BA%D0%BE%D0%B2">http://bg.wikipedia.org/wiki/Йордан_Йовков</a>) übersetzt. Wiki wiederrum beruft sich auf die Seite slovo.bg (<a href="http://www.slovo.bg/showbio.php3?ID=95">http://www.slovo.bg/showbio.php3?ID=95</a>), was ich allerdings erst am Ende der Übersetztung festgestellt habe. So haben wir hier einen Text, der uns einen ersten Überblick über Jovkov, sicher aber nicht alle Details seines umfangreichen Schaffens gibt. Bei Gelegenheit hoffe ich bessere Informationen bereitstellen zu können.. Erstaunlich finde ich dennoch, dass es im bulgarischen Wikipedia zu einem der größten Schriftsteller des Landes keine eigenen Informationen gibt. Naja, immerhin.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Jordan Stevanov Jovkov ist ein bulgarischer Schriftsteller. Er wird als Meister der Erzählung eingestuft. Seit 1920 war er Mitglied in der Schriftstellervereinigung, in die er einstimmig gewählt wurde.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Lebens- und Schaffensweg</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Jovkovs Kinder- und Jugendtage verbringt er in seinem Geburtsort, wo er auch die Grundschule besucht (1885). Das Gymnasium beendet er 1900 in Sofia. Sein Lehrer für Literatur &#8211; der Poet Ivan Grosev- sagt ihm eine Zukunft als Schriftsteller voraus. Nach seiner Diplomierung lebt er in der Dobrudscha, wohin seine Familie umgezogen war<span style="color:#000000;">. Im Jahr 1900 übersiedelt er ins Dorf Dolen Isvor.</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="color:#000000;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Die Schule für Reserveoffiziere beendet er in Knjaschevo (1902-1904), während dieser Zeit veröffentlicht er sein erstes Werk <span style="color:#000000;">&#8222;unter dem schweren Kreuz&#8220;(Zeitung)</span>. Zu Beginn des Jahres 1904 schreibt er sich an der juristischen Fakultät der Universität Sofia ein, aber der Tod seines Vaters vereitelt sein Studium. Im Herbst des Jahre 1904 kehrt Jovkov nach Dolen Isvor zurück und arbeitet bis 1912 in verschiedenen Dörfern der Dobrudscha als Lehrer, solange, bis er zum Militär einberufen wird. Am ersten und zweiten Balkankrieg nimmt er als<span style="color:#800000;"> </span>Kompaniekommandant<span style="color:#800000;"> </span>teil. Im Juni 1913 wird er bei Dojran verwundet und einen Monat später befördert. Nach den Kriegen lässt sich Jovkov in Sofia nieder, wo er als Redakteur der Zeitschrift &#8222;Volksarmee&#8220; arbeitet, und in der er in der ersten Ausgabe eine Skizze des Balkankrieges publiziert &#8211; &#8222;der Morgen des Gedenktages&#8220;.  Nachdem die Zeitschrift eingestellt wurde, ist Jovkov gezwungen Arbeit zu suchen und mit Hilfe von Grigor Vasilev wird er als Bibliothekar und Redakteur der Zeitschrift &#8220; Übersicht über das Ministerium für Inneres und nationale Gesundheit&#8220;, in der Abteilung soziale Fürsorge und Wohltätigkeit, angestellt.</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span style="color:#000000;"><span lang="de-AT">Dort arbeitet er bis zum Herbst 1915, als er neuerlich einberufen und zur Stadt Ksanti geschickt wird. Ein Jahr später wird er in die Redaktion der Zeitschrift &#8222;Kriegsnachrichten&#8220; abkommandiert. Nach dem Ende des ersten Weltkrieges beginnt eine der schwersten Perioden im Leben von Jovkov. Die zweite nationale Katastrophe erlebt er in Dobritsch. Nach schweren Tagen, ausgefüllt mit seelischen Qualen und materiellen Beschwerlichkeiten und nachdem die Dobrutscha von den Rumänen besetzt worden war, passiert Jovkov illegal die Grenze und lässt sich in Varna nieder, wo er bis Herbst 1920 als Lehrer arbeitet. Auf Empfehlung von Freunden aus Sofia wird er an der bulgarischen Botschaft in Bukarest angestellt. Von 1920-1927 ist er</span></span><span style="color:#ff0000;"><span lang="de-AT"> </span></span><span style="color:#000000;"><span lang="de-AT">regulärer Mitarbeiter in der Presseabteilung;</span></span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="color:#000000;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">veranlasst durch kontinuierliche Degradierung, verlässt er die Botschaft Ende 1927.</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="color:#000000;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Die letzten zehn Jahre seines Lebens sind angefüllt mir kreativer Arbeit und Kräfte zehrender Anspannung, die sich auf seine Gesundheit auswirkt. Unheilbar krank geht er im Herbst 1937 auf Kur nach Chisaria. Wegen der Verschlechterung  seines Zustandes wird er in einer Notoperation im katholischen Krankenhaus von Plovdiv operiert, wo Jovkov nach 24 Stunden stirbt. Auf seiner Beerdigung in Sofia gibt das Volk seiner Liebe und Dankbarkeit Ausdruck.</span></span></span></p>
<p><span style="font-family:Liberation Sans,sans-serif;"><span style="font-size:small;"><a href="http://bg.wikipedia.org/wiki/%D0%9F%D0%BE%D0%B5%D1%82"><span style="color:#000000;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-AT"><span style="text-decoration:none;">Jovkov debütiert als Poet. </span></span></span></span></span></a></span></span></p>
<p lang="de-AT"><span style="color:#000000;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">In den Jahren zwischen 1902 und 1911 entstehen Gedichte (ungefähr 31), die er in unterschiedlichen periodisch erscheinenden Ausgaben veröffentlicht &#8211; &#8222;Bewußtsein&#8220; , die Zeitschriften &#8222;Probuda&#8220;, &#8222;Maler&#8220;, &#8222;Neue Zeit&#8220;, &#8222;Neue Gesellschaft&#8220; und &#8222;Perlen&#8220;.</span></span></span></p>
<p lang="de-AT"><span style="color:#000000;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Seine Lyrik tut sich  nicht durch besonderen Reichtum und Vielfalt der Motive hervor &#8211; hatte er noch als sozialer Dichter begonnen, so wandelt sich Jovkovs sozialer Protest später in Resignation, Trauer und Müdigkeit. Sein erstes belletristisches Werk &#8211; &#8220; &#8230;. Beschwerde&#8220; mit dem Untertitel &#8222;Legenden aus dem Balkan&#8220; veröffentlicht Jovkov in der Zeitschrift &#8222;Aufklärung&#8220; im Jahr 1910.</span></span></span></p>
<p lang="de-AT"><span style="color:#000000;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Die, an den Fronten von drei Kriegen überstandenen, Jahre, bestimmten die Thematik und Charaktere seines weiteren Schaffens. Seine Kriegswerke werden Anfang 1913 herausgegeben (&#8222;der Morgen des Gedenktages&#8220;); bis 1917 kommt sein Name auch auf den Seiten der Zeitschriften &#8222;Gruppe&#8220;, &#8222;moderner Gedanke&#8220;, in den Zeitungen &#8222;Wort&#8220;, &#8222;demokratischer Ausblick&#8220;, &#8222;Kriegskunde&#8220; und &#8222;Vaterland&#8220; vor. Die Impressionen &#8222;sie haben gesiegt&#8220;, &#8222;an der alten Grenze&#8220;, &#8222;Heimatlose&#8220;, &#8222;Echo&#8220;, die Erzählung &#8222;Balkan&#8220; und die Novelle &#8222;Landsleute&#8220; ragen heraus.</span></span></span></p>
<p lang="de-AT"><span style="color:#000000;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">In seinen dokumentarischen Skizzen legt Jovkov objektiv Zeugnis über den Alltag und die Feiertage des Soldatenlebens ab &#8211; Die Schlachtenskizzen sind glänzende künstlerische Zeugnisse des, in der Zeit des Krieges, erlebten &#8211; von seinem ersten Tag bis zu seinem tragischen Ende &#8211; Jovkov ist aber nicht nur der Chronist, sondern auch der Essayist dieser Ereignisse; die Synthese erreicht er durch emotionale Beherrschung der Kriegsthematik,  durch das Prisma des individuellen Eindrucks.</span></span></span></p>
<p><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Jovkov etabliert sich in der bulgarischen Literatur mit einem Schmerz, der alles  was von ihm über den Krieg geschrieben wurde durchbohrt und aus  dem sich sein spezifischer Humanismus gründet. In seiner Prosa existiert keine Verbitterung, keine Schreie aus Hass. Seine beiden wichtigsten Kriegswerke fasst Jovkov in zwei ,1917 und 1918 erschienenen, Bänden &#8222;Erzählungen&#8220; zusammen.</span></span></p>
<p><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Obwohl er später zweimal zum Schlachtensujet zurückkehrt &#8211;  einmal mit der Novelle &#8222;letzte Freude&#8220; (1920) und nach einem Jahrzehnt mit den Erzählungen &#8222;Weiße Rosen&#8220;, &#8222;Kamerad&#8220; und &#8222;auf Wache&#8220;, erschöpft Jovkov das Thema, bevor der eigentliche Krieg um Bulgarien beendet war.</span></span></p>
<p><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">In gewissem Sinne sind diese letzten Werke eine Bilanz, die Leistungen und Mängel der Periode summierend, während der der Autor wächst und sich als Schriftsteller von nationaler Bedeutung etabliert. Wenn Jovkov mit &#8222;letzter Freude&#8220; eine eigenartige Rekapitulation der Kriegsthematik ausarbeitet, kündigt sich mit der Novelle &#8222;die Schnitter&#8220; seine Rückkehr zum  Sujet und den Problemen des bulgarischen Dorfes an. In seiner Entwicklung als Belletrist ist das der Anfang eines Prozesses, der  seine ideelle-ästhetische Welt endgültig formt.</span></span></p>
<p><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">&#8222;Letzte Freude&#8220; ist ein Buch am Scheideweg &#8211; in dem man das Ende einer Etappe und den Beginn einer Neuen findet.</span></span></p>
<p><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Während seiner siebenjährigen Abwesenheit von Bulgarien, genau da, im Ausland, bereitet Jovkov  seine dauerhafte Anwesenheit im geistigen und literarischen Leben durch die Sammelbände &#8222;Die letzte Freude&#8220;, &#8222;Balkanlegenden&#8220; (1927), &#8222;Abende in Antimovs Wirtshaus&#8220; (1928), &#8222;Das Herz der Frau&#8220;, &#8222;Wenn sie sprechen könnten&#8220; (1936) und den Roman &#8222;Wirtshaus an der Grenze&#8220;, wie auch den unvollendeten Roman &#8222;Das Abenteuer von Gorolomov&#8220;, die Dramen &#8222;Albena&#8220;, &#8222;Borjana&#8220;, &#8222;Ein einfacher Mensch&#8220; und durch die Komödie &#8222;Der Millionär&#8220;.</span></span></p>
<p><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">70 Bücher von Jovkov wurden in über 25 Sprachen übersetzt und seine einzelnen Werke in über 37 Sprachen, darunter arabisch, vietnamesich, chinesisch, französisch, polnisch, finnisch, hindi, schwedisch, japanisch und andere Sprachen</span></span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/bulgarianders.wordpress.com/168/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/bulgarianders.wordpress.com/168/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/bulgarianders.wordpress.com/168/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/bulgarianders.wordpress.com/168/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/bulgarianders.wordpress.com/168/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/bulgarianders.wordpress.com/168/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/bulgarianders.wordpress.com/168/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/bulgarianders.wordpress.com/168/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/bulgarianders.wordpress.com/168/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/bulgarianders.wordpress.com/168/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/bulgarianders.wordpress.com/168/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/bulgarianders.wordpress.com/168/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/bulgarianders.wordpress.com/168/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/bulgarianders.wordpress.com/168/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=168&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Dinev präsentiert Zarev im Literaturhaus</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Apr 2009 05:24:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jmseuss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Hinweis auf eine musikalisch untermalte Lesung des bulgarischen Autors Zarev im Literaturhaus Wien. Wie so oft in letzter Zeit steht dem Schriftsteller Dimitre Dinev zur Seite, der die Lesung moderieren und den deutschen Teil präsentieren wird. Eine Lesung ohne Dinev wäre wie eine Lesung ohne die Brüder Wladigeroff, die für die angemessene musikalische Untermalung sorgen. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=160&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Hinweis auf eine musikalisch untermalte Lesung des bulgarischen Autors Zarev im Literaturhaus Wien. Wie so oft in letzter Zeit steht dem Schriftsteller Dimitre Dinev zur Seite, der die Lesung moderieren und den deutschen Teil präsentieren wird. Eine Lesung ohne Dinev wäre wie eine Lesung ohne die Brüder Wladigeroff, die für die angemessene musikalische Untermalung sorgen. Bereits einmal durfte ich Zeuge dieser Koexistenz werden, als Dinev den bulgarischen Autor und Verfasser der Kurzgeschichtensammlung &#8222;Zirkus Bulgarien&#8220;, Dejan Enev, vorstellte und war begeistert von Authentizität und Spannung des Abends. Der Wert bulgarischer Literatur gewinnt enorm, wenn man sie quasi personifiziert sieht. Mag das am Akzent liegen, an der Musik, oder an der Entspanntheit mit der präsentiert wird. Es ist ein dezentes und humoriges Vergnügen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE">
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Vladimir Zarev,</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><a href="http://bulgarianders.files.wordpress.com/2009/04/47_vladimirzarev_300_3791.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-162" title="47_vladimirzarev_300_3791" src="http://bulgarianders.files.wordpress.com/2009/04/47_vladimirzarev_300_3791.jpg?w=300&#038;h=379" alt="47_vladimirzarev_300_3791" width="300" height="379" /></a><br />
</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">wurde 1947 in Sofia geboren und hat an der dortigen Universität Philologie studiert. Erstmals erregt er 1972 als Autor aufsehen. Im Lauf der Jahre erlangt Zarev, vor allem durch seinen großen Wenderoman &#8222;Verfall&#8220;, einige Berühmtheit, auch über die Landesgrenzen hinaus. Während es Literaten zur Zeit des Sozialismus einigermaßen gut ging, wird die Zeit der Wende auch für Zarev persönlich schwierig. Noch 1999 fährt er selbst von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf um Bücher zu verkaufen, die das Überleben der Zeitschrift &#8222;Zeitgenosse&#8220;, die er heute als Herausgeber leitet, sicherten. Jetzt im Literaturhaus wird Zarev also seinen neuen Roman &#8222;Familienbrand&#8220; vorstellen und glaubt man den Rezensionen, so darf man wieder mit einem wortgewaltigen Werk des Vollblutepikers rechnen. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE">
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE">
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Dimitre Dinev,</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">ist vor dem Gesetz gesehen kein Bulgare mehr, denn im Jahr 2003 hat er die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen. Dennoch ist das Leben und das Werk des &#8222;österreichischen&#8220; Schriftstellers eng mit seiner Heimat, aus der er 1990 geflohen ist, verknüpft. Mit seinem Roman &#8222;Engelszungen&#8220; hat er 2003 den literarischen Durchbruch im deutschsprachigen Raum geschafft. Während Dinev in Österreich hochgeschätzt ist, wird er, und das bereitet ihm selber am meisten Kopfschmerzen, in Bulgarien manchmal fast als &#8222;Verräter&#8220; gesehen. Dinev, der 1968 in Plovdiv geboren wurde, ist ein freier Kopf und sich nicht zu schade Zustände in seiner Heimat zu kritisieren. Dass zum Beispiel in Bulgarien kein Autor vom Verkauf seiner Bücher leben kann, lastet er dem System an. Er bleibt auch bei solcher Kritik unverkrampft und versucht nun, sich von Österreich aus für seine schreibenden Landsleute einzusetzen. Nicht nur, dass er Vor- und Nachwörter schreibt, er begleitet sie auch auf ihren Lesungen und nimmt als Moderator, Leser und Interviewer aktiv an diesen teil.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE">
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Die Brüder Wladigeroff schließlich,</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">haben sich, als Nachfahren des großartigen Musikers und Komponisten Pantscho Wladigeroff, vor einigen Jahren entschieden von Wien aus zu wirken. Die meist als Quintett auftretende Band hat den Spagat zwischen virtuosem westlichem Jazz und der Folkloristik ihrer Heimat mit Bravour bestanden. Grade in Wien sind sie inzwischen gern gehörte Gäste und haben sich mit ihrer kraftvollen Musik einen Namen gemacht. Sehr zu empfehlen ist das Debutalbum &#8222;Wanderer In Love&#8220; (2007). Neben der rein konzertalen Tätigkeit, findet man die Brüder auch immer da, wo man Dimitre Dinev findet. Sei es am Theater in Dinevs Stück &#8222;eine heikle Sache die Seele&#8220; (2008 am Volkstheater Wien aufgeführt),wo die Musiker auch gleich noch Schauspieler sind, oder bei diversen Lesungen, die sie durch ihre melancholische Leichtigkeit immer noch ein wenig zu verschönern wissen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><a href="http://www.myspace.com/wladigeroffbrothersband"><span style="font-weight:normal;">http://www.myspace.com/wladigeroffbrothersband</span></a></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE">
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Eckdaten der Buchpräsentation von Vladimir Zarev:</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">wo?		 &#8211; Literaturhaus Wien, Zieglergasse 26A, 1070 Wien</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">wann?	 &#8211; Dienstag 05.05.2009, 19:30 Uhr</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">wieviel?	 &#8211; nix</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE">
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><a href="http://www.literaturhaus.at/veranstaltungen/lh/veranst/veranst/2009/05/20090505_1.html"><span style="font-weight:normal;">http://www.literaturhaus.at/veranstaltungen/lh/veranst/veranst/2009/05/20090505_1.html</span></a></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;" lang="de-DE">
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/bulgarianders.wordpress.com/160/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/bulgarianders.wordpress.com/160/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/bulgarianders.wordpress.com/160/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/bulgarianders.wordpress.com/160/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/bulgarianders.wordpress.com/160/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/bulgarianders.wordpress.com/160/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/bulgarianders.wordpress.com/160/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/bulgarianders.wordpress.com/160/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/bulgarianders.wordpress.com/160/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/bulgarianders.wordpress.com/160/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/bulgarianders.wordpress.com/160/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/bulgarianders.wordpress.com/160/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/bulgarianders.wordpress.com/160/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/bulgarianders.wordpress.com/160/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=160&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Sofia&#8230; ein Einstieg</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 12:50:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jmseuss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[reisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich spaziere gern durch die Straßen von Sofia. Es ist eine verrückte Stadt. Das hört sich wohl auf den ersten Blick etwas abgedroschen an? Ich meine verrückt in diesem Kontext aber nicht im Sinne der Verrücktheit Berlins, Londons oder Paris. Dort ist sie künstlich und künsterlisch aufbereitet, lange gepflegt, in Sofia ist sie ein Naturzustand. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=116&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-DE">Ich spaziere gern durch die Straßen von Sofia. Es ist eine verrückte Stadt. Das hört sich wohl auf den ersten Blick etwas abgedroschen an? Ich meine verrückt in diesem Kontext aber nicht im Sinne der Verrücktheit Berlins, Londons oder Paris. Dort ist sie künstlich und künsterlisch aufbereitet, lange gepflegt, in Sofia ist sie ein Naturzustand. Über das bulgarische Chaos habe ich nun schon an mancher Stelle berichtet und in der Hauptstadt verdichtet es sich nochmal ungemein. Sofia ist keine Stadt der langen und verzehrenden Tradition, verzehrt wurde sie in ihrer Geschichte dennoch oft, sei es durch Feuer oder sonstige Kriege, die auf und um ihren Boden geführt wurden. Und auch wenn neuere archeologische Funde darauf hinweisen, dass Sofia mit einer Steinzeitsiedlung von vor 5000 Jahren seinen Anfang nahm und somit zu den ältesten Städten in Europa zählen dürfte, bedeutet das wenig. Anschaulicher ist der Zustand der Stadt am Ende des russisch-türkischen Krieges 1878. Als der russische General Gurko die Stadt am 4. Januar betritt, findet er ein größeres Dorf vor. 20000 Einwohner, die in unbeleuchteten kleinen Häusern leben, krumme Gassen und keine Wasserversorgung. Sofia wird dennoch 1879 zur Hauptstadt Bulgariens erklärt und diesem Umstand verdankt es auch einen schwungvollen Aufschwung. Beinahe alle Bulgaren von Rang und Namen lebten mindestens eine Zeit lang in der Stadt, literarische und künstlerische Zirkel etablierten sich, Sofia wurde nicht nur zum wirtschaftlichen, sondern auch zum geistigen Zentrum des Landes. 1904 wird sowohl die Sofioter Universität, als auch das wichtigste Theater der Stadt, &#8222;Ivan Vasov&#8220;, gegründet.</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Im zweiten Weltkrieg war Bulgarien mehrfach Bombenangriffen der Alliierten ausgeliefert und hat dadurch schwere Zerstörungen erlitten, schließlich 1944 wird ganz Bulgarien vom der Sowjetunion besetzt und nach Installation eines kommunistischen Regimes beginnt der langsame Wiederaufbau. Im Lauf der Jahre steigerte sich die Einwohnerzahl von ehedem 20000 auf heute etwa 1,2 Millionen Menschen. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE">
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Sofia heute ist ein Moloch. Ein Ameisenhaufen, ein Wespennest, ein Ort der Unruhe, der Ungleichheit, der Unverschämtheit. Ein Ort, der seine Schönheit gut versteckt, der Schönheit im konventionellen Sinne vielleicht gar nicht besitzt. Natürlich gibt es auch hier Gebäude und Straßenzüge, die ins Auge stechen und es schaffen, einen für einen Augenblick zu betören, dennoch bleibt man anfangs verstört zurück.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-DE">Ich empfehle zur ersten Orientierung nicht einfach so durch die Straßen zu laufen, sondern sich in die Nationalgalerie zu begeben</span><span lang="de-DE"><span style="background:#ffffff none repeat scroll 0 0;">.</span></span></span></span></p>
<address><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-DE"><span style="background:#ffffff none repeat scroll 0 0;"><a href="http://bulgarianders.files.wordpress.com/2009/04/marias-dream2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-138" title="marias-dream2" src="http://bulgarianders.files.wordpress.com/2009/04/marias-dream2.jpg?w=489&#038;h=367" alt="marias-dream2" width="489" height="367" /></a>the dream of maria magdalena<br />
</span></span></span></span></address>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Sofias Museum der nationalen Kunst ist ein wunderbarer Ort. Im Gegensatz zu all den Cafés der Stadt in denen sich gut- und weniger betuchte Besucher tummeln, ist dies ein Platz der Ruhe. Kaum drei Interessierte sind gleichzeitig im Museum und man kann zu jeder Zeit davon ausgehen, dass hier mehr Aufseher sind als Kunstliebende. Für mich ist es vor allem auch ein Ort der Geschichte. Verfolgt man das Schaffen der bulgarischen Künster durch die Jahrhunderte, erhält man einen Überblick über Bulgarien, den einem keine Reise durch das heutige Land bieten kann. Ich bin kein großer Kunstkenner und das steht für mich bei diesen Kunstwerken auch nicht im Vordergrund, wichtiger ist mir zu sehen, wie das bulgarische Leben, durch die Brille des Künstlers, sich im Lauf der Zeit verändert hat und, wie wenige Bulgaren Interesse dafür zeigen. Weder meine Frau, noch ihre Freunde können sich an wenigstens einen Besuch in der Nationalgalerie erinnern. Dabei sind hier vor allem Werke aus der so hochgelobten Wiedergeburtszeit ausgestellt. Viele der Maler waren Europäer im besten Sinne, kaum einer der nicht an einer Akademie in München oder Turin gewesen wäre, in Leipzig, Paris oder Berlin. Wohl keine Phase hat die Bulgaren so geprägt wie diese und dennoch&#8230; Etwas erinnert es mich an den deutschen Umgang mit dem dritten Reich: es ist immernoch so präsent in unserem Alltag und doch hat es kaum noch Auswirkungen auf diesen. Oder als anderes Beispiel die Religion: wir genießen Feiertage ohne zu wissen, was sie bedeuten. Andere Sachen fesseln unsere Aufmerksamkeit und ich sehe sie, wenn ich durch die hohen Fenster der ruhigen Räume auf die Straße hinunter blicke. Auto um Auto quält sich durch den stockenden Verkehr, riesige Werbeschilder an maroden und teilweise hübsch hergerichteten Stadthäusern, Menschen, die in Geschäfte eilen oder diese mit großen Tüten verlassen. In unserer Zeit ist es schwer inne zu halten, man begreift nicht die Langsamkeit einer anderen Zeit und will sie nicht begreifen, sie hält einen auf und ab.</span></span></p>
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<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Kehren wir zurück zu der Stadt Sofia. Sie liegt eingebettet in das Vitosha und das, weiter östlich beginnende, Balkan Gebirge . Der höchste Gipfel des Vitosha,  der Tscherni Vrach (über 2000m), ist für Sofia das, was für Berlin der Alex ist, immer sichtbar, überall präsent und ein Orientierungspunkt. Die Stadt ist in den letzten Jahren durch massive Bebauung noch größer geworden. Viele der umliegenden Dörfer gehören heute mit zum Stadtgebiet. Getrennt werden diese von der unsäglichen Ringstraße, auf der sich der Verkehr tagein tagaus staut, auf der Prostituierte ihre Dienste anpreisen, an der unzählige neue Komplexe und Einkaufszentren sprießen, die sich aber noch immer staubig und einspurig um die Stadt quängelt und die eine Fahrt ins Zentrum oft lebensbedrohlich erscheinen lässt. Unglaublich noch immer die Fahrweise der Bulgaren, egal ob mit einem durchgerosteten oder durchgestylten Fahrzeug&#8230;.schlicht lebensmüde. Seit zwei Jahren wird versucht, diese Straße zu erneuern und genau zwei Kilometer erstrahlen im neuen Glanz. Auch hier das alte Problem: Gelder versickern, Bürokratie hemmt den Bau.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Die Außenbezirke zeigen die ganze Misere des Landes, während auf der einen Seite die Plattenbauten den Begriff der sozialen Gerechtigkeit vergessen lassen, entstehen auf der andern Seite, in den Dörfern, Villen und Luxussupermärkte. Der persönliche Vorteil steht sehr stark im Vordergrund, denn auch um zu so einer Villa zu gelangen müssen die öffentlichen Straßen benutzt werden und die, keiner fühlt sich dafür verantwortlich, sind mit Löchern gepflastert und werden, durch Wasser aus geborstenen Leitungen, weiter ausgehöhlt. Der Porsche Cayenne überholt die Bäuerin mit ihren drei Ziegen auf der Suche nach ein bisschen Gras&#8230;.Der öffentliche Verkehr funktioniert so weit so gut, ist jedenfalls ein Abenteuer. Es gibt Minibusse, die einen für ein oder zwei Euro ins Stadtzentrum fahren. Diese Minibusse haben zwar eine fixe Linie aber keine Haltestellen, so dass man sie an der Straße wartend, wie ein Taxi abfangen muss. Autobusse und Straßenbahnen gewinnen höchstens noch Preise für Retrodesign, bringen einen aber meist zuverlässig von A nach B.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Es stellt sich ja immer die Frage, wie man eine Stadt kennenlernen möchte. Ich persönlich entscheide mich häufig, sie im Vorbeigehen mitzunehmen. Ich bin auch kein großer Freund von expliziten Stadtbesichtigungen und lasse mich lieber von ungewöhnlichen Bildern und Eindrücken überraschen. Wenn man detaillierte Informationen sucht, dann sollte man sich doch einen Reiseführer besorgen, der einem Geschichte und Besonderheiten z.B. des Ivan Vasov Theaters, der Banja-Baschij- Moschee oder der Alexander-Nevski- Kathedrale, erklärt. Von dieser Warte aus betrachtet, sind sicher auch das archäologische Museum, so wie einige Denkmäler von Interesse.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Ich liebe die Gegensätzlichkeiten von Städten und die offenbart sich mir in Sofia an jeder Straßenecke. Der beeindruckende Bau des NDK, des kommunistischen Kulturzentrums Sofias, ist ein guter Ausganspunkt, um sich in das Zentrum der Stadt zu wagen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-DE"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><a href="http://bulgarianders.files.wordpress.com/2009/04/bg_sofia_ndk1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-139" title="bg_sofia_ndk1" src="http://bulgarianders.files.wordpress.com/2009/04/bg_sofia_ndk1.jpg?w=429&#038;h=305" alt="bg_sofia_ndk1" width="429" height="305" /></a><br />
</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;" lang="de-DE"><span style="color:#000000;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Das Zentrum Sofias; das sind eine Vielzahl kleiner und großer Straßen, desaströser Bürgersteige, verschiedenster Menschen, Restaurants und Läden, teilweise 24 Stunden geöffnet, das ist  das Zigaretten und Schnaps Geschäft, an dem man, will man kaufen, sich beinahe auf den Boden knien muss, das ist die Schneiderei, im Keller, das sind aufgetakelte Boliden beider Geschlechter, das sind Zigeuner, alte Männer und Frauen, die vertrocknende Blumensträuße verkaufen, das sind wilde Hunde, die in Gruppen über die Straßen ziehen und Luxushotels in deren Bars man nur noch Englisch und Französisch hört, das sind vereinzelte Japaner, die hingebungsvoll Straßenschilder anstarren und nicht begreifen, das sind orthodoxe Kirchen, deren Heizsystem in einem Bollerofen besteht, für dessen Abzugsrohr man ein Loch durch eine mit Ikonen bemalte Wand gebrochen hat. Sofia pulsiert, ist beinahe immer staubig, immer anstrengend, immer lebendig. Man kann laufen und laufen und laufen und sich dabei immer neu überraschen lassen. Obst- und Gemüsemärkte, Büchermärkte, Straßenstände, die Socken und Hüte verkaufen, Hochzeitsgesellschaften, Schachspieler, sogar Fahrradfahrer sieht man letztlich vereinzelt ihren gefährlichen Weg bahnen&#8230; Sowohl unter Tag als auch in der Nacht gibt es mannigfaltige Möglichkeiten, sich zu unterhalten, Jazz, Alternativ, Klassik, Popfolk. </span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="color:#000000;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;"><span lang="de-DE"><span style="text-decoration:none;">Wenn ich vom Zentrum spreche, dann meine ich eigentlich das sogenannte Sofia 1000, also der Stadtteil mit dieser Postleitzahl. Er ist in etwa quadratisch angelegt und erstreckt sich, grob gesagt, zwischen den Straßen &#8222;Patriarch Evtimi&#8220;, &#8222;Christo Botev&#8220;, &#8222;Todor Aleksandrov&#8220;, &#8222;Zar Osvoboditel&#8220; und &#8222;Vasil Levski&#8220;. Die Haupteinkaufsstraße ist der &#8222;Boulevard Vitosha&#8220; (siehe:<a href="http://www.sofia-life.com/map/map.php">http://www.sofia-life.com/map/map.php</a></span></span></span></span></span> <span style="font-size:medium;">). </span><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Jedenfalls lohnt es sich, sich einen Stadtplan zu besorgen!! </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Im Verlauf werde ich Ihnen einige hilfreiche Tipps geben, sich in Sofia zu bewegen, seien es Hotels, Cafés, Restaurants, Autovermietung, Schlafmöglichkeiten, Veranstaltungen oder was sonst noch benötigt wird. </span></span></p>
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		<title>Gesundheitssystem in Bulgarien&#8230;ein Erfahrungsbericht</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Apr 2009 17:37:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jmseuss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun jährt sich zum dritten Mal ein Ereignis, das mein Leben nachhaltig verändert hat. Auf der Rückreise von Athen nach Sofia hatten meine Frau und ich einen schweren Autounfall. Allerdings soll hier nicht Thema sein, wie der Unfall mein und das Leben meiner Frau verändert hat, sondern, wie die menschliche und medizinische Nachsorge funktionierte. Einige [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=bulgarianders.wordpress.com&amp;blog=6422494&amp;post=112&amp;subd=bulgarianders&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom:0;"><a href="http://bulgarianders.files.wordpress.com/2009/04/rollstuhl-pirogov.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-113" title="rollstuhl-pirogov" src="http://bulgarianders.files.wordpress.com/2009/04/rollstuhl-pirogov.jpg?w=196&#038;h=150" alt="rollstuhl-pirogov" width="196" height="150" /></a></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Nun jährt sich zum dritten Mal ein Ereignis, das mein Leben nachhaltig verändert hat. Auf der Rückreise von Athen nach Sofia hatten meine Frau und ich einen schweren Autounfall. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Allerdings soll hier nicht Thema sein, wie der Unfall mein und das Leben meiner Frau verändert hat, sondern, wie die menschliche und medizinische Nachsorge funktionierte.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Einige Randbemerkungen zum Hergang des Unfalls möchte ich doch noch machen, damit man sich die Situation besser vorstellen kann: Es war also Nacht und seit Stunden ging ein heftiger Regen auf Bulgariens nicht immer gut Straßen nieder. Eine der entstandenen massiven Pfützen wurde uns dann in unserem kleinen Citroen Saxo zum Verhängnis. Aquaplaning machte das Auto in einer Kurve vor der Stadt Pernik unlenkbar, so dass wir beinahe frontal in einen uns entgegenkommenden Kleinbus fuhren. Die Seite meiner Frau wurde erheblich mehr beschädigt, was im doppelten Sinne ein Drama war, denn im Gegensatz zu meinem Platz hatte sie keinen Airbag. Glücklicherweise konnte ich nach einer kurzen Schockstarre und der Versicherung, dass meine Frau lebt aussteigen und habe begonnen ihr zu helfen, so gut es ging. Gleichzeitig, und das sagt schon sehr viel über die Bulgaren, waren wie aus dem Nichts viele andere Fahrer zu unserem Wrack von Auto gekommen und begannen sofort und auf menschlichste Art und Weise uns zu helfen. Die Türe konne aufgebrochen werden und mittels Improvisation begannen wir gemeinsam zu versuchen, die Blutungen meiner Frau zu stoppen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Schon nach sechs Minuten (!) kam ein Krankenwagen und während meine Frau in ihn transportiert wurde, kramte ich die wichtigsten Dinge wie Pässe und soweiter zusammen. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Ich möchte vorneweg sagen, dass ich im weiteren keinesfalls die Zustände des bulgarischen Gesundheitswesens kritisieren möchte. Ich bin voller Dankbarkeit für die Menschlichkeit und den Anstand, sowie die gezwungenermaßen improvisierte Kompetenz von allen Helfern in der Not.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Der Krankenwagen war eine Katastrophe und das beurteilt jemand, der die deutschen und die schweizer Standards kennt. Das Problem? Er war eigentlich leer. D.h. es gibt keine Halskrause, keine Apparatur, kein Blutdruckmessgerät, nicht mal eine adäquate Decke. Außer einer unbefestigten Bahre, einem rostigen Infusionsständer, Infusionsbesteck und Kochsalzlösung gibt es nichts. Der Wagen selber ist wohl ein Mercedes, allerdings ein altes, im Westen ausgemustertes Modell. Die Fahrt ins wenige Kilometer entfernte Spital von Pernik ist kurz und ruppig, die medizinische Notfallversorgung beschränkt sich auf das Legen einer Infusion und viele gute Worte. Meine Frau ist soweit zu sich gekommen, dass sie die Telefonnummern ihrer Eltern nennen kann und sogar noch in der Lage ist meinen Heiratsantrag anzunehmen. In meiner Erinnerung ist das Krankenhaus in Pernik ein Ameisenhaufen. Meine Frau wird in die Notfallabteilung gebracht. Wer jemals in einer deutschen Notfallstation war, der kann nachfühlen, wie ich mich fühlte. Ein schmutziger und ungepflegter Raum empfängt uns, das offene Fenster kann nur notdürftig kaschieren, dass hier kurz zuvor noch geraucht wurde, das Desinfektionsmittel lagert in alten Colaflaschen, das Besteck ist unsteril, es gibt weder Tupfer noch Einmalnadeln, die Scheren sehen schlimmer aus als bei uns zu Hause in der Küche usw. . Während ich noch immer in Panik bin ist die Stimmung der restlichen Anwesenden, inklusiver meiner Frau, schon ganz vergnügt, man hat erkannt, dass es schlimmer hätte kommen können. Dennoch besteht die Erstversorgung daraus, zusammenzuflicken, was offen steht und ein archaisches Röntgengerät zum Einsatz zu bringen. Ist das nicht zu wenig? Nein, es muss reichen und es reicht. In der Zwischenzeit ist der zukünftige Schwiegervater eingetroffen und kümmert sich um die andere Versorgung, die mit finanziellen Mitteln. Etwas, das ich im Verlauf der Heilungseschichte meiner Frau erkennen werde ist, dass  im &#8222;bulgarischen System&#8220; ohne Zuwendungen (der diplomatische Ausdruck) nicht nichts aber doch viel weniger geschieht. Noch in der selben Nacht ist der Transport nach Sofia ins Universitätsspital Pirogoff organisiert. Die erste Nacht verbringt meine Frau auf einer Notfallstation, so dass ich sie erst am nächsten Tag wieder besuchen kann. Und hier, im Pirogoff, findet mein Staunen während der nächsten 8-9 Tage der Behadlung kein Ende&#8230;.mein gesamtes medizinisches Selbstbild wird über den Haufen geworfen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Die Bettnachbarin meiner Frau ist eine alte Frau, vielleicht an die 80 Jahre, die nach einem Schenkelhalsbruch schon zwei Wochen im Bett liegt, sie wurde nicht einmal mobilisiert, der Physiotherapeut (die Bulgaren nennen ihn Rehabilitator) schafft es kaum mal eine halbe Stunde zu seinen Patienten und wenn jemand nein sagt, dann macht er auch einfach nichts. Die Krankenbetten sind uralt und bewegen sich in keine Richtung, das ganze Gebäude ist uralt und keiner will sich vorstellen hier krank zu liegen. Die Schwestern sind allgemein sehr nett und durchaus kompetent, sind aber bei einem Hungerlohn von etwa nur 90-max. 160 Euro pro Monat mittel motiviert und nicht abgeneigt, medizinische Versorgung nur gegen ein kleines Entgelt zu leisten. Die Betten werden also nicht täglich bezogen (über den Sinn dieser Maßnahme lässt sich zugegebenermaßen streiten, ist aber bei der Gefahr nosomkomialer Infektionen meiner Meinung nach gerechtfertigt) und will man frische Bettwäsche haben, muss man dafür bezahlen. Genauso ist es mit Handtüchern und Waschlappen und sogar kaputte Glühbirnen werden nicht zwangsläufig gewechselt denn manchmal gibt es keine Reserve auf der Station. Es gibt auch keine Hilfsmittel, die ich aus meinem Spital in der Schweiz kenne. Keine Gehhilfen und die Rollstühle wollen nicht rollen. Das Essen wird in großen blauen Plastikeimern von Zimmer zu Zimmer gekarrt. Das Essen ist groteskt und hat mit moderner Spitalskost nichts zu tun, völlig zerkochter Brei, Nudeln mit Zucker und ähnliches&#8230;Überhaupt, alles was nur im Entferntesten mit modern zu tun hat ist hier meilenweit entfernt. Generell hatten die Krankenhäuser im Osten meist einen guten Ruf, doch die Zeiten sind vorbei. Verfallen und heruntergekommen sind sie, nicht ausgerüstet mit dem nötigsten, die Belegschaft gnadenlos unterbezahlt, viele Patienten nicht versichert, Leistungen werden unter der Hand abgewickelt, Gerätschaften und Hygiene sind verstaubt. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Und auch die Prognose bleibt schlecht. Zwar gründen sich immer mehr private Kliniken, doch werden diese nicht in der Lage und willens sein, das Gros der Bevölkerung zu versorgen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT"><span style="font-family:True type;"><span style="font-size:medium;">Dazu kommt, dass immer mehr gut ausgebildetes Pflegepersonal das Land verlässt um anderswo sein Glück zu finden. Die Situation könnte sich also noch zu einem ausgewachsenen Problem mausern.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;" lang="de-AT">
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